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Aus dem Landkreis Leben für das Ehrenamt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Leben für das Ehrenamt
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18:27 11.04.2014
Günter Drieschner hat alle Presseartikel über seine ehrenamtlichen Tätigkeiten archiviert. Quelle: mak
Von Martina Koch Landkreis

Im März legte das weit über die Grenzen Stadthagens bekannte „Schaumburger Urgestein“ nach 26 Jahren das Amt des Vorsitzenden der Ortsgruppe nieder. Der 83-jährige Stadthäger traf diese Entscheidung, um zum Wohle seiner Gesundheit kürzer treten zu können. Im SN-Gespräch blickt er auf die Zeit im Vorstand zurück und gibt einen Einblick in die Anfänge seines ehrenamtlichen Engagements.

 Als Drieschner sich der Aufgabe annahm, den Sozialverband in Richtung Zukunft zu führen, war der SoVD noch unter dem Namen Reichsbund bekannt. Im April 1988 wurde er offiziell zum Nachfolger des damaligen Vorsitzenden Heinrich Wilkening gewählt.

Ich erklärte mich zwar bereit, den Vorstand zu unterstützen, wollte aber eigentlich nicht sofort zum Vorsitzenden ernannt werden“, erinnert sich Drieschner mit einem Schmunzeln. Die Aufgaben im Reichsbund waren ihm noch fremd, trotzdem setzte der knapp 500 Mitglieder starke Verein auf Drieschners Fähigkeiten.

 26 Jahre später zählt der Verein mehr als 1100 Mitglieder. Den Vorsitz hat jetzt zu Drieschners Erleichterung Wolfgang Brandert übernommen. „Ich wollte eigentlich schon 2013 das Amt niederlegen, aber da fand sich noch kein Kandidat“, sagt Drieschner.

 Den Vorstand verließ das ehrenamtliche Urgestein mit vielen schönen Erinnerungen: „2002 feierten wir im Ratskeller mit 680 Migliedern das 50-jährige Bestehen des Sozialverbandes.“ Außerdem pflegte der Ortsverein unter Drieschners Regie einige Jahre eine lebendige Partnerschaft zum Ortsverband in Wolfen bei Bitterfeld.

 Den Vorsitz im Sozialverband trat Drieschner 1988 mit 58 Jahren an, sein ehrenamtliches Engagement begann jedoch schon viel früher: 1953 wurde er zum Gruppenleiter der Jugendgewerkschaftsgruppe der IG Metall in Stadthagen gewählt. Am 1. Juli 1955 folgte der Eintritt in die SPD. Der 1. Januar 1957 markierte Drieschners Eintritt in die Arbeiterwohlfahrt. Als Mitglied des Rates der Stadt Stadthagen fungierte Drieschner von 1964 bis 1981, außerdem war er von 1974 bis 1976 als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stadthagen aktiv.

„Durch meine parteilichen Aktivitäten durfte ich vielen väterlichen Freunden begegnen, die mich während meiner Laufbahn gefördert haben“, resümiert der rüstige Stadthäger. Dazu zählt unter anderem der ehemalige Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, dessen Worte zu Drieschners Verabschiedung aus dem SoVD-Vorstand besondere Rührung beim scheidenden Vorsitzenden ausgelöst hatten.

 Wer jedoch meint, dass es mit dem Rücktritt aus dem SoVD-Vorstand komplett ruhig um Günter Drieschner geworden ist, der irrt: „Die einzige Tätigkeit, die ich noch immer ehrenamtlich ausübe, ist die Leitung des Seniorenarbeitskreises der IG Metall in Stadthagen“, gibt Drieschner preis. Wenn es nach ihm geht, wird er den Arbeitskreis noch so lange leiten, wie es seine Gesundheit zulässt.