Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Leinenzwang soll Wildtiere schonen

Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit beginnt Leinenzwang soll Wildtiere schonen

Mit dem freien Auslauf in Wald und Wiesen ist es vorerst vorbei: Wer mit seinem vierbeinigen Freund gerne durch die Natur spaziert, muss ihn ab heute bis zum 15. Juli an die Leine nehmen. Denn nun beginnt die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit, und die gilt in ganz Niedersachsen überall in der freien Landschaft.

Voriger Artikel
Frühling sorgt für Entspannung
Nächster Artikel
Bückeburg macht mobil gegen die Bahn
Quelle: pr.

Landkreis/Stadthagen. Sinn der Schonzeit ist es, den Nachwuchs von Wildtieren und am Boden brütenden Vögeln vor allzu neugierigen Hunden zu schützen. Neben Niedersachsen ist Bremen das einzige Bundesland, das den pauschalen Leinenzwang ausspricht, andernorts besteht er nur in einzelnen Kommunen.

„Hunde in dieser Zeit anzuleinen, ist durchaus eine sinnvolle Maßnahme“, meint Florian Brandes von der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. „Hunde spüren oft Rehkitze oder die Jungen von Feldhasen auf und ihre Halter glauben dann, man müsste die verlassenen Tiere retten. Wenn sie damit zu uns kommen, müssen wir sie wieder zurückschicken.“ Normalerweise ist der Nachwuchs nämlich keinesfalls von der Mutter verstoßen, sondern wartet auf deren Rückkehr.

Auch Lothar Seidel vom Kreisforstamt hält die Leine für zumutbar. „In fast jedem Hund schlummert der Jagdinstinkt. Kriegt er ein Tier zu fassen, kommt es oft nicht zum finalen Tötungsbiss, er verletzt es aber sehr schwer.“ Auch ein volles Nest in Bodennähe ist eine Verlockung, die mancher Hund schon unbemerkt genutzt hat.

Nicht allein die ökologischen Aspekte sind ausschlaggebend. Wenn der Hund nicht auf Kommandos hört und gerne mal freudig dem einen oder anderen Passanten an den Beinen hochspringt, müssten sich Frauchen oder Herrchen schon fragen, ob man nicht allein aus Respekt vor anderen Waldspaziergängern seinen treuen Gefährten an die Leine nimmt.

"Müssen uns den Lebensraum teilen"

„Manchmal erlebt man es, dass zum Beispiel selbst ernannte Hundetherapeuten die Fläche recht selbstverständlich für sich beanspruchen. Als Freizeitläufer bekommt man schnell das Gefühl, man müsse sich dafür entschuldigen, dass man gerade zwischen 20 Hunden seinen Weg sucht“, beobachtete der Stadthäger. „Letztendlich ist auch die freie Natur ein Lebensraum, den wir uns teilen müssen.“

Ein Verstoß kann Hundebesitzer teuer zu stehen kommen: Bis zu 5000 Euro Strafe sieht das Gesetz vor, üblicherweise wären die Menschen aber einsichtig. „90 Prozent der Leute, die man ohne angeleinten Hund antrifft, fühlen sich ertappt und haben die Leine sofort zur Hand, die Wenigsten sind unbelehrbar“, so die Erfahrung des Försters. Ordnungsgelder wären die Ausnahme.

Hundefreunde kritisieren, dass das Gesetz pauschal für alle Rassen gilt, ungeachtet des Urteilsvermögens des Halters. Die nicht weniger jagdfreudigen Katzen durchstreifen ganzjährig ihre Reviere ohne jegliche Kontrolle. In Schaumburg sind allein im vergangenen Jahr 2300 Rehe umgekommen, 17 Prozent sind nicht dem Jäger, sondern dem Straßenverkehr oder landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer gefallen. grb

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg