Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Mähdrescher-Großoffensive gestartet

Landkreis Mähdrescher-Großoffensive gestartet

Der Regen der vergangenen Tage hat vielen Feldern gut getan. Die vorhergehenden Wochen hatten mit ihrer Trockenheit vor allem auf den leichteren Böden für erhebliche Feuchtigkeitsdefizite gesorgt. Doch nun ist die Gerste reif, und die Getreidebauern wünschen sich in erster Linie eine Schönwetterperiode, um ihre Ernte trocken unter Dach und Fach zu bekommen. 

Voriger Artikel
„Wir sollten auf dem Teppich bleiben“
Nächster Artikel
Verkehrsmeldungen für Montag, 24. Juli

Endlich Erntewetter: Auf den Gerstenfeldern des Weserberglandes bei Bisperode startet die Mähdrescher-Großoffensive.

Quelle: wal

LANDKREIS/WESERBERGLAND.. Viele Landwirte hatten in den vergangenen Tagen immer wieder den Mähdrescher gestartet, mussten dann aber wieder wegen aufziehender Regenschauer abbrechen.

„Die Erntezeit hat begonnen, dann muss die Sonne vom Himmel scheinen“, schildert Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender im Ausschuss Pflanze des Landvolks Niedersachsen. Schaumburgs Kreislandwirt Dieter Wilharm-Lohmann pflichtet ihm bei: „Bevor gemäht wird, brauchen Landwirte mindestens zwei trockene Tage.“ Denn im Gegensatz zum Raps, der mit seinen luftigen Zellen schnell trocknet, braucht die Gerste mit ihren engmaschigen Zellen viel länger, bis sie getrocknet ist, erklärt der Landwirt. Wichtig ist auch eine Restfeuchte von unter 15 Prozent bei der Ernte, damit die Gerste eingelagert werden kann. Wilharm-Lohmann: „Ansonsten müssen wir die Ernte erst entsprechend mit dem Einsatz teurer Technik trocknen und verbrauchen dabei mehr Energie.“

Zunächst steht jetzt die Ernte der Wintergerste an. Sie wurde niedersachsenweit nach Auskunft des Landvolk-Pressedienstes auf rund 150000 Hektar ausgesät. Sie hat unter dem kalten Frühjahr und in einigen Regionen des Weserberglandes auch unter der Winter- und Frühsommertrockenheit gelitten. Die Gesamterntemenge wird auf rund eine Million Tonnen und damit etwas geringer geschätzt als im Vorjahr. Aber auch der Winterweizen, mit einer Anbaufläche von gut 400000 Hektar, wichtigste Getreideart in Niedersachsen, benötigt jetzt Sonne und Wärme, damit sich die Körner füllen können und dann langsam reifen.

Schaumburger sind gut in der Zeit

„Lange Regenphasen zur Erntezeit gehen immer zulasten der Qualität und strapazieren die Nerven der Landwirte heftig“, erklärt Hermann Grupe, Landwirt in Eschershausen und Vorsitzender des Bauernverbands Weserbergland. Die auf den Feldern stehende Gerste sei „bereits absolut totreif“ und müsse jetzt eingebracht werden, so der Landvolk-Vorsitzende. Noch mehr Regen würde die Ähren auf die Erde drücken und so die Ernte erschweren. Außerdem könnte es jetzt passieren, dass das Korn auf dem Halm keimt – „auswächst“, wie Landwirte das Qualitätsdesaster nennen.

In Bückeburg und Stadthagen sind die Landwirte mit der Gerste-Ernte bereits fertig, wie Kreislandwirt Wilharm-Lohmann weiß. „Im Auetal gibt es jedoch noch zu tun, dort sind die Landwirte in der Regel später fertig, als in Bückeburg und Stadthagen“, so Wilharm-Lohmann.

Eine Ernte folgt der Nächsten

Mengenmäßig prognostizieren die Landwirte auch im Weserbergland in diesem Jahr eine nur mittelmäßige Ernte. Die Getreidebauern dürften aber dennoch zufrieden mit ihren Erträgen sein: Liegen die derzeitigen Preise nämlich über denen des Vorjahres, erklärt des Landvolk-Vorsitzende des Weserberglandes. So notierte Premiumweizen als erster Brotweizen aus der Ernte 2017 an der Wiener Produktenbörse mit 206 bis 210 Euro und 208 Euro/Tonne im Mittel des Preisbandes. Damit etablierte sich der Kassenmarktpreis für den Aufmischweizen um 17,5 Prozent über den Vorjahrespreisen. Generell sieht man derzeit noch weiteres Potenzial bei den Preisen, wobei die Weltmarktlage und die zu erwartenden Mengen eine Rolle spielen werden. Landwirte müssen also nach wie vor die Preisentwicklung abwarten, ihre Ernte gegebenenfalls auf dem eigenen Hof zwischenlagern oder dem Handel mit Lagerverträgen anbieten, erklärt Hermann Grupe.

Nach der anstehenden Gersten-Ernte könnte sich nach Ansicht der Bauern im Weserbergland nahtlos die Raps-Ernte anschließen. Mit der Weizen-Ernte ist je nach Witterung Ende Juli/Anfang August zu rechnen.  jz

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die SN suchen kreative Schaumburger. Ob Fotografie, Farbe, Skulpturen oder was die Kunst sonst alles hergibt: Unter dem Motto „Schaumburg kreativ“ suchen die Schaumburger Nachrichten auch in diesem Jahr nach Künstlern in der Region. mehr

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg