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Maisernte läuft an – Silos schon fast voll

Rinteln / Maisernte Maisernte läuft an – Silos schon fast voll

In diesem Jahr fällt die Maisernte etwas später und auch etwas geringer aus als im vergangenen Jahr. Damals hatte ausgerechnet der harte Winter für einen Überschuss an Mais gesorgt, erklärt der Rintelner Landwirt Hinrich Strüve, der zusammen mit dem Landwirt André Tegtmeier eine Biogasanlage im Industriegebiet Süd betreibt.

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Auf dem Feld von Dietrich von Kühnheim wird frischer Mais gehäckselt.

Quelle: jak

Von Jakob Gokl

Rinteln. Wegen der Verluste aufgrund des erfrorenen Getreides hätten Landwirte keine andere Wahl gehabt, als große Mengen Mais anzubauen. Ein „gefundenes Fressen“ für Biogasanlagen, deren Betreiber den Überschuss aufkauften und daher dieses Jahr auf prall gefüllten Silos sitzen, während auf den Feldern schon die nächste Ernte eingebracht wird.

 Das sei in diesem Jahr unproblematischer abgelaufen als im vorangegangenen, erzählt Michael Bode, der als Lohnunternehmer Felder in ganz Schaumburg aberntet. Eine gewisse Lärm- und Schmutzbelastung sei zwar bei jeder Maisernte nicht zu verhindern, aber in diesem Jahr habe er keine Klagen gehört. Im Gegensatz zum Vorjahr gebe es auch keine Probleme mit der Polizei. „Letztes Jahr wurden wir alle zwei Tage von einem speziellen Polizisten angehalten“, erzählt er. Dieses Jahr sei die Lage entspannt, das Wetter sei trocken, und er habe auch in seinen Fuhrpark investiert, unter anderem in zusätzliche Bürsten unter dem Wagen, die die Schmutzbelastung verringern.

 Auch Landwirt Wilhelm Eckel kann auf prall gefüllte Silos blicken. Etwa 1650 Tonnen Mais seien jetzt neu eingelagert worden. Aber auch bei ihm ist der Vorrat aus dem Jahr 2012 bei Weitem noch nicht verbraucht. Die Anlage laufe ausgesprochen gut, freut sich Eckel. Die 1,6 Millionen Euro teure Biogasanlage könne sich bereits vor Ablauf der veranschlagten zwölf Jahre rechnen. Doch im Herbst stehe eine weitere Investition in Höhe von etwa 200000 Euro an, für die Errichtung eines Endlagers für den Dünger.

 Auch Eckel betont, dass der Transport von Hunderten Tonnen Mais über die Straße natürlich nicht spurlos geschehe. Aber die Straße werde im Anschluss gereinigt. Zum Glück sei das Wetter dieses Jahr relativ gut gewesen und daher auch weniger Dreck entstanden. Aber ohne Verschmutzung könne nun einmal nicht gearbeitet werden, betont Eckel.

 Weniger Auswirkungen hat die Maisernte von Dietrich von Kühnheim in Westendorf. Er baut nur Mais für seine eigenen Tiere am direkt angrenzenden Hof an und muss dafür keine öffentliche Straße queren. Von Biogasanlagen hält er wenig: „Ein toller Weg, um Essen zu verbrennen.“

 Anders sieht das naturgemäß Eckel. „Der Kreis spart durch uns 40000 Euro im Jahr“, betont er. Von seinem Hof aus werde die Berufsschule kostengünstig mit Wärme versorgt. Man würde auch sehr gerne das Hallenbad versorgen, doch aufgrund der ungewissen Zukunft sei da noch kein Vertragsabschluss möglich. Im Sommer wird die Berufsschule nicht geheizt, daher habe er noch Kapazitäten frei. Auch das neue Beautyzentrum am Doktorsee wäre ein möglicher Abnehmer.

 Doch um die Biogasanlage am Laufen zu halten, benötigen die Betreiber Mais – in großen Mengen. Wilhelm Eckel und sein Sohn Steffen bauen die notwendigen Mengen selbst auf dafür gepachteten Flächen an. Strüve und sein Geschäftspartner Tegtmeier produzieren hingegen nur etwa zwei Drittel selbst. Etwa ein Drittel kaufen sie von anderen Betrieben. „Das Geld bleibt dann in der Region“, meint Strüve, der aufgrund der guten Erträge 2012 jetzt weniger Mais zukaufen will. Die zusätzlich notwendige Gülle komme dagegen in Gänze von den eigenen Höfen.

 Auch die Tierwelt hat die riesigen Maishaufen für sich entdeckt. „Die Biester wissen, was da drunter ist“, meint Eckel in Bezug auf Krähen. Auch Strüve kennt das Problem. Vor allem, nachdem Ratten Löcher in die großen Planen gebissen hätten, würden sich die Krähen ans Werk machen.

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