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Aus dem Landkreis Malochen bis zum Umfallen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Malochen bis zum Umfallen
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19:47 05.09.2011
Da die Rente nicht reicht, muss ein Minijob her: In Stellenanzeigen stöbern viele alte Menschen nach einer Tätigkeit auf 400-Euro-Basis. © Archiv

Landkreis (par). Auch in Schaumburg macht die Gruppe der über 65-Jährigen den größten Anteil der Minijobber aus. Im Vergleich zu 2008 hat die Zahl jedoch wieder abgenommen.

Auf SN-Anfrage hat die Minijob-Zentrale in Essen mitgeteilt, dass 889 Männer und 785 Frauen über 65 Jahren im Landkreis im März dieses Jahres einer geringfügigen Beschäftigung auf 400-Euro-Basis nachgegangen sind. Insgesamt sind das in dieser Alterssparte 1674 Personen. Im gesamten Landkreis gingen 12.411 Schaumburger einem Minijob nach, wonach die Quote der über 65-Jährigen bei rund 13,5 Prozent liegt.

Waren es im Jahr 2004 noch deutlich weniger Männer als Frauen, die einer derartigen Beschäftigung nachgegangen sind, hat sich das Verhältnis in den Statistiken der vergangenen Jahre verändert. Immer mehr Rentner verdienen sich mit einem 400-Euro-Job etwas dazu.
Im Vergleich zum Jahr 2008 hat sich die Anzahl der alten Menschen, die weiterhin arbeiten müssen, allerdings verringert. Damals gingen im Landkreis 1750 Personen, die älter als 65 Jahre waren, einem Minijob nach (14 Prozent der Minijobber waren älter als 65). Im Vergleich: Im Jahr 2004 waren es nur 1587 (12,7 Prozent).

Wie viele der über 65-jährigen Minijobber aus finanziellen Gründen nebenher arbeiten müssen, geht aus den verfügbaren Daten nicht hervor. Das erklärte die Minijob-Zentrale gegenüber den SN. Es ist aber zu vermuten, dass der Anteil derer, die auf den Nebenverdienst angewiesen sind, vor allem bei alleinstehenden Rentnern hoch sein dürfte.

„Viele alte Leute werden regelrecht dazu gezwungen, neben ihrer kleinen Rente weiterhin zu arbeiten“, erklärte Helmut Laux, Kreisvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland. Außer den ständig steigenden Lebenshaltungskosten habe es eine spürbare Anhebung der Rente in den vergangenen Jahren nicht gegeben. „Miete, Strom, Lebensmittel – es wird alles teurer. Viele alte Menschen müssen sich zwangsläufig etwas dazuverdienen, um ihren Lebensstandard zu halten.“

Er sieht eine beängstigende Entwicklung. „Es wird wahrscheinlich dazu kommen, dass die Menschen so lange arbeiten müssen, bis es irgendwann nicht mehr geht“, so Laux.