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Gianni ist ein richtiger Klischee-Italiener. Im Mittelpunkt seines Lebens steht eine Frau: seine Mama. Wenn sie anruft – und sie ruft oft an – spurt er sofort. Er richtet ihr das Fernsehkabel, serviert ihren Pokerfreundinnen die Häppchen und will sich nicht darüber ärgern, dass Mama 150 Euro teuren Champagner im Kühlschrank bunkert. Er bleibt ein Gentleman, auch wenn es sein Geld ist, das die alte Dame (gespielt von der 95-jährigen Valeria di Franciscis Bendoni) in ihrer Villa verprasst.

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Mamas Sohn: Valeria di Franciscis Bendoni und Gianni di Gregorio.

Quelle: pr.

Von Kristian Teetz

Frührentner Gianni lebt mit Frau und Tochter in einer Wohnung im lebhaften römischen Stadtteil Trastevere. Seine Ehe befindet sich im Status „Nebeneinanderherleben“, ein erotisches Interesse für Frauen scheint nicht mehr vorhanden. Bis ihm sein Freund, Anwalt Alfonso (Alfonso Santagata), einen Floh ins Ohr setzt: Fast alle älteren Männer in Giannis Umgebung pflegen ihre Liebschaften, selbst Maurizio, der steinalte Jogginganzugträger, hat etwas mit der Tabakverkäuferin.

Nun beginnt für die Hauptperson in der italienischen Komödie „Gianni und die Frauen“ die Suche nach dem Abenteuer. Ein bisschen Gymnastik, ein bisschen die Tränensäcke massieren, und auf geht’s zur Frauenjagd. Kandidatinnen findet Gianni, den der Regisseur Gianni di Gregorio selbst spielt, genug: Cristina, die schöne Haushälterin seiner Mutter, gefällt ihm, genauso wie Gabriella, eine Uraltbekanntschaft. Bei Valeria, seiner ersten großen Liebe, versucht er es genauso wie bei einer Klientin von Alfonso. Doch der Mittfünfziger muss erkennen, dass sich Tränensäcke nicht einfach wegmassieren lassen. Nicht jeder Mann wird im Alter attraktiver. „Ich habe letzte Nacht von dir geträumt“, sagt Cristina zu ihm. In Gianni wächst die Erwartung, das erotische Verlangen. Doch der Absturz folgt sogleich: „Du warst mein Großvater.“

Gianni di Gregorio legt in seinem Film – wie schon in „Das Festmahl im August“ – viel Wert auf authentische Darstellung. So heißt jeder Schauspieler in seiner Rolle genauso wie im echten Leben. „Es gibt eine Kontinuität zwischen dem wahren Leben und der Fiktion, und ich möchte die Rollen der Schauspieler nicht von den Personen im wahren Leben trennen“, sagt di Gregorio. „Wenn diese Methode gelingt, dann erlaubt sie einem, außergewöhnlichen Momenten beizuwohnen.“ Die Komödie zeigt schöne Bilder aus Rom, prachtvolle Häuser, italienische Lebenskunst. Leider kreist die Handlung schon bald um sich selbst – es fehlt die Zuspitzung, das Dramatische.

Regisseur Gianni di Gregorio hätte den Schauspieler Gianni di Gregorio in seiner Rolle als Gianni di Gregorio einfach mal aus dem Hamsterrad der ewigen Suche nach Liebe und Erotik befreien sollen. Ein wenig Abwechslung hätte beiden gut getan, Gianni und dem Film.

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