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„Man kann immer unzufrieden sein“

Landkreis / Arbeitsmarkt „Man kann immer unzufrieden sein“

In den vergangenen 15 Jahren hat sich einiges getan auf dem Schaumburger Arbeitsmarkt. „Der Weggang bedeutender Arbeitgeber wie Otis und Alcatel hat einen regelrechten Strukturwandel eingeleitet“, erklärt Klaus Heimann, Pressesprecher der Landkreis-Verwaltung. Trotz einer Handvoll „Großer“ wie Bornemann, Wesergold und Stüken stellten die kleinen und mittleren Betriebe vor allem im Handwerk inzwischen die Mehrzahl der Arbeitsplätze in Schaumburg.

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„In einer Hand“: Wirtschaftsförderung und Jobcenter befinden sich in Schaumburg unter der Regie der Verwaltung.

Quelle: rg

Landkreis (jcp). Politik und Verwaltung legten die Schwerpunkte auf die Bestandspflege, die Unterstützung bei der Neugründung und eine Lotsenfunktion für ansiedlungswillige Firmen. Dies sei zum Beispiel der Fall gewesen, als in Absprache mit Stadt und Stadtwerken die Ausweisung als Wasserschutzgebiet des Industriegebietes Süd in Rinteln aufgehoben wurde. Heute nehme das infrage stehende Gebiet eine „positive Entwicklung“, weil für viele Betriebe eine Hürde gefallen ist.

Im Bereich der Förderung nennt Heimann die fünf Millionen Euro, die in der laufenden EU-Förderperiode in Neustarter gesteckt wurden – 2,5 Millionen Euro von der EU, 2,5 von der Landkreis-Verwaltung. 2,7 Millionen Euro seien bisher in die Schaffung von rund 200 Arbeitsplätzen und die „Sicherung von vielen weiteren“ gesteckt worden. 80 Anträge lägen derzeit noch auf dem Tisch.

Heimann ist überzeugt davon, dass die Förderung des ersten Arbeitsmarktes und der Menschen, die Probleme mit dem Zugang zu diesem haben, in einer Hand liegen sollte, wie es in Schaumburg der Fall ist. Ohne Arbeitsplätze gebe es „nichts, wohin man vermitteln kann“ – durch die bestehenden Kenntnisse könnten zudem Langzeitarbeitslose und Firmen miteinander in Kontakt gebracht werden.

„Man kann immer unzufrieden sein“, sagt Eckhard Ilsemann, SPD-Fraktionschef im Landkreis. Tatsächlich sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Landkreis aber zuletzt gestiegen. „Ich denke, wir sind am Arbeitsmarkt gut aufgestellt“, sagt Ilsemann.
„Wir nutzen die vorhandenen Instrumente intensiv“, befindet auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Gunter Feuerbach. Auch er sieht eine positive Tendenz auf dem regionalen ersten Arbeitsmarkt. „Und der Markt wird dünn“, erklärt Feuerbach. Was bedeuten könnte, dass die Firmen irgendwann angewiesen sein werden auf die jetzigen Hartz IV-Empfänger.

Zusätzlich zu den von Heimann bereits angesprochenen Punkten erwähnt WIR/FDP-Sprecher Richard Wilmers große Chancen, die im Klinikum Schaumburg und im Tourismus lägen. „Wir hatten eine neunprozentige Steigerung bei den Übernachtungen“, gibt Wilmers zu bedenken. Zusätzlich plädiert er für die Einrichtung eines „vernünftigen Leerstandsmanagements“, „das darüber hinausgeht, Leerstand festzustellen.“ Insgesamt sehe er den Landkreis aber auf dem „richtigen Dampfer“.

Arbeitsmarkt aus Agentursicht

Die Zahl der Anfang der neunziger Jahre verloren gegangenen industriellen Arbeitsplätze konnte nicht wieder wettgemacht werden, heißt es vonseiten der Agentur für Arbeit in Hameln mit Bezug auf den Schaumburger Arbeitsmarkt. „In Stadthagen wurden viele Menschen mit geringerer Qualifikation entlassen, für die ähnliche Arbeitsstellen nicht zur Verfügung standen und auch heute nicht stehen“, erklärt Agentursprecherin Christina Rasokat. Positiv dagegen: „Die A 2 ist ein sehr guter Wirtschaftsfaktor.“ Beispiele seien die Industriegebiete Rehren, Lauenau und Bad Nenndorf. Die entstandenen Arbeitsplätze zum Beispiel in der Logistikbranche hätten allerdings „nicht das Lohnniveau der verloren gegangenen Industriearbeitsplätze“. In Rinteln expandierten Stüken, Wesergold und andere Firmen beschäftigungswirksam.

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