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Mangel an seniorengerechten Wohnungen

Landkreis Mangel an seniorengerechten Wohnungen

Im Alter kann es für Hausbesitzer zunehmend schwer werden, sich um die Pflege ihrer Immobilie und das große Grundstück zu kümmern. Hinzu kommt, dass gerade auf dem Land die Wege zu Ärzten und Supermärkten weit sind. Doch der Wunsch nach einer zentrumsnahen, seniorengerechten Wohnung bleibt für viele unerfüllt.

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Quelle: dpa

Von Matthias Berger

Landkreis. Gerade in den Städten herrscht ein Mangel an kleinen Wohnungen.

„Es gibt viele Senioren, die in einem Haus auf dem Dorf leben und denen die Pflege des Grundstücks zu schwierig wird“, berichtet die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schaumburg, Heidemarie Hanauske. „Wenn sie ihr Haus verkaufen wollen, stellen viele jedoch fest, dass das Geld, das sie für die Immobilie bekommen, nicht für eine Wohnung in der Stadt ausreicht.“
Insgesamt herrsche ein Mangel an Wohnungen in der Stadt. „Und wenn gebaut wird, dann meist im hochpreisigen Bereich. Der soziale Wohnungsbau ist in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden“, so Hanauske, die sowohl den Bund als auch den Landkreis in der Pflicht sieht, den sozialen Wohnungsbau zu fördern.

Nach Angaben des Vorsitzenden des SovD Schaumburg, Winfried Lange, sei das Förderungsprogramm der Niedersächsischen Landesbank Nord-LB zur Schaffung von seniorengerechten Wohnungen wegen der damit verbundenen Auflagen für private Investoren kaum attraktiv. Hier gelte es, mehr Anreize zu schaffen.

Bereits konkrete Pläne hat die Kreiswohnungsbaugesellschaft, die in Kooperation mit dem Kreisaltenzentrum seniorengerechtes Wohnen auf dem Stadthäger Krankenhausareal schaffen will. „Wir planen 20 Mietwohnungen für Senioren mit einer Größe von 40 bis 70 Quadratmetern“, erklärt die Geschäftsführerin des Kreisaltenzentrums. Dabei handele es sich keineswegs um Luxus-Appartments, betont, Anette Ebeling.

Darüber hinaus betreibt die Kreiswohnungsbaugesellschaft am Krankenhaus eine Seniorenanlage mit 40 Wohnungen für Personen mit einem Wohnberechtigungsschein. „Die Anlage ist derzeit voll belegt“, berichtet Ebeling. „Der Bedarf wächst“, stellt auch Heimann fest, der zudem auf die Wohnungsbörse der Kreiswohnungsbaugesellschaft im Internet (www.wohnbau-shg.de/barrierearmes-wohnen/) verweist.

Allerdings sei der Landkreis bestrebt, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung sei dem Landkreis daran gelegen, dass der ländliche Raum nicht noch weiter ausdünnt, erklärt Heimann. „Wir bilden deshalb ehrenamtliche Wohnberater aus, die auf Wunsch von Senioren sich die Immobilien anschauen und Tipps geben, wie man die Immobilie kostengünstig barrierefrei umbauen kann“, erklärt der 1. Kreisrat. „Das wird auch sehr gut angenommen.“

Aus Sicht des Vorsitzenden des Schaumburger Seniorenbeirates liegt allerdings auch ein Problem darin, „dass die Leute keine Möglichkeit haben, vernünftig in die Städte zu kommen“, erklärt Karl-Heinz Hansing. „Der öffentliche Nahverkehr müsste ausgebaut werden, um die Dörfer besser an die Städte anzubinden.“

Auch Heimann räumt ein, dass die Mobilität eine große Rolle spiele. Allerdings habe der Landkreis „durch die Einrichtung von Bürger- und Anrufbussen sichergestellt, dass zumindest die Grundzentren auch von den Dörfern zu erreichen sind. Der Anrufbus holt die Menschen sogar vor der Haustür ab.“

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