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Manzke verteidigt Klinikum-Träger

Entscheidung ethisch richtig Manzke verteidigt Klinikum-Träger

Die Entscheidung des Klinikums-Trägers – der kirchliche Agaplesion-Konzern – keine Schwangerschaftsabbrüche bei sozialer Indikation vorzunehmen, hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke verteidigt den Standpunkt des Klinikums Schaumburg.

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Der Standpunkt des Agaplesion-Konzerns wird vom Landesbischof verteidigt.

Quelle: dpa

Landkreis. „Ich halte das rechtlich und ethisch für richtig", sagt Manzke. Auch sein Vorgänger, Jürgen Johannesdotter, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses Bethel in Bückeburg, steht hinter diesem Grundsatz, denen sich die evangelischen Landeskirchen in Deutschland verschrieben haben.

Das vom kirchlichen Agaplesion-Konzern getragene Klinikum bewegt sich laut Manzke ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Mutter und dem Schutz des ungeborenen Lebens. Hier verfolge das Klinikum die Leitlinie einer höchsten Sorgfalt der Abwägung. „Mir ist ein Krankenhaus lieber, dass diese Sorgfalt als Leitlinie hat und alles tut, um das Leben zu schützen, als ein Träger, der da gar kein Problem sieht“, betont der Landesbischof.

Schutz des Lebens

Das Klinikum biete den Schwangeren, die einen Abbruch aufgrund einer sozialen Indikation vornehmen lassen wollen und den rechtlich vorgeschriebenen Beratungsgang hinter sich haben, eine zusätzliche Beratung durch den behandelnden Arzt und eine mit dem Klinikum kooperierende Beratungsstelle an. „Hierbei wird auf die Frau kein Druck ausgeübt“, hebt Manzke hervor. Gleichwohl werde bei der Beratung „versucht, alles zu tun, was für den Schutz des Lebens getan werden kann“.

Landesbischof i.R. Johannesdotter betont aber auch, dass es sich hierbei nicht um ein „fundamentalistisches Verbot von Abtreibung“ handelt. Zu der Beratung gehöre eben auch, den Frauen zu sagen, wo ein Schwangerschaftsabbruch möglich ist: „Es wird niemand in seiner Hilflosigkeit allein gelassen.“

Es gehe bei der Linie des Klinikums „nicht um kalte Prinzipien“, sondern stets um eine sorgfältige Abwägung im Einzelfall, so Manzke. Wenn der Arzt nach reiflicher Überlegung mit Blick auf die Schwangere jedoch zu der Entscheidung komme, „dass keine wirkliche Gewissensprüfung zu sehen ist“ oder dass „auch im sehr weit gefassten Sinne keine medizinische Indikation vorliegt“, sei es richtig, wenn er vom Krankenhausträger die Möglichkeit bekomme, den Eingriff nicht vorzunehmen.

Übereiltes Urteil

Der Landesbischof betonte, wer die Haltung des Klinikums „als rückständig oder mittelalterlich bezeichnet, der urteilt übereilt“. Der Schutz des Lebens stehe als ein wichtiges Element im Grundrechtskatalog der Verfassung. Die Rechtslage verlange mit Blick auf einen Schwangerschaftsabbruch ausdrücklich eine sorgfältige Prüfung und Abwägung. Diesem Auftrag stelle sich das Klinikum Schaumburg mit seiner Grundlinie.

Dass sich die Politik nun überrascht gezeigt hat, erstaunt Johannesdotter. Es sei zwar nie konkret thematisiert worden, weil Fragen wie die Kosten im Vordergrund standen, „verheimlicht wurde es jedoch nicht“. Zudem hätte jeder, der sich ein wenig mit dem Agaplesion-Konzern beschäftigt habe, den Standpunkt zur Frage des Schwangerschaftsabbruchs kennen können.  col, ssr

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