Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Medikamentenplan gilt seit 1. Oktober

Pillenchaos ade Medikamentenplan gilt seit 1. Oktober

Morgens die Runden, mittags die Gelben und abends den Rest. Viele Senioren schlucken täglich mehrere Tabletten. Um die Medikamenteneinnahme sicherer zu machen, hat seit dem 1. Oktober jeder Patient, der drei oder mehr unterschiedliche Pillen pro Tag nimmt, Anspruch auf einen Mediakamentenplan.

Voriger Artikel
Kleiderkammern nehmen weiterhin Spenden an
Nächster Artikel
Kranke Senioren erhalten Hilfe

Polypharmazie ist bei vielen Menschen keine Seltenheit.

Quelle: dpa

Landkreis. Ein solcher Medikationsplan wird vom Arzt ausgestellt. Es ist eine Übersicht über die Medikamente und soll wichtige Informationen zu Wirkstoffen und Einnahme beinhalten. Die Polypharmazie, also die gleichzeitige Verordnung von mehreren Arzneien bei einer Person, birgt das Risiko von gefährlichen Wechselwirkungen. Einige Wirkstoffe beeinflussen sich untereinander, weshalb die richtige Kombination wichtig ist.

Dass Polypharmazie keine Seltenheit ist, weiß auch der Inhaber der Rehrener und Stadthäger Apotheke, Cornelius Padberg: „Es gibt Patienten, die nehmen teilweise zehn Tabletten und mehr am Tag.“ In den Apotheken von Padberg werden Medikationsanalysen schon seit Jahren für Kliniken durchgeführt. Bei der Aufnahme eines Patienten wird geprüft, ob die Zusammenstellung der Medikamente sinnvoll ist. Stellt der Apotheker fest, dass Arzneien nicht zueinander passen, hält er Rücksprache mit dem Mediziner. „Sinnvoll ist es für Patienten auch, wenn sie eine Kundenkarte haben und ihre Tabletten nur aus einer Apotheke beziehen.“

Jeder Arzt kann den Medikationsplan auf Wunsch eines Patienten aufstellen. Der neue Service, den das Bundesgesundheitsministerium initiiert hat, ist kostenlos. „Damit der neue Medikamentenplan für mehr Sicherheit sorgen kann, ist die Mithilfe der Patienten gefragt“, sagt Marion Winkler, Chefin bei der DAK-Gesundheit in Stadthagen. „Am besten vor dem nächsten Arztbesuch alle Medikamente notieren, die regelmäßig eingenommen werden – verschreibungspflichtige sowie rezeptfreie.“ Nur wenn alle Arzneien beispielsweise dem Hausarzt mitgeteilt werden, könne dieser eine vollständige Übersicht erstellen.

Auch Ahmet Cetindere, Vorsitzender des Ärztevereins Schaumburg, weiß, dass nicht nur eine ehrliche und offene Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Patient notwendig ist. „Eine hausarztzentrierte Versorgung ist wichtig“, betont Cetindere. Der Hausarzt stellt eine Überweisung zu einem Facharzt aus und dieser gibt an den Allgemeinmediziner nach der Behandlung einen Bericht weiter. Dann kann der Allgemeinmediziner prüfen, ob alle Medikamente zueinander passen. Auch mit den Fachärzten sollte offen gesprochen werden, damit diese bei der Arzneimittelvergabe besser agieren können. „Es muss eine gute Vernetzung mit dem Hausarzt und den Fachärzten zustande kommen.“

Als ebenfalls wichtig sieht der Ärzteverein-Chef es an, dass Patienten ihre Krankheiten regelmäßig kontrollieren lassen. „Eventuell muss ein Therapieplan neu erstellt, angepasst oder auch abgesetzt werden.“ Cetindere empfiehlt, den Medikamentenplan immer mit sich zu führen: „Dann können Ärzte bei jedem Besuch kontrollieren und Apothekern den Hinweis geben, ob die verordneten Medikamente zusammenpassen.“ vr

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg