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Mehr Einbrüche, weniger Gewalt

Polizeistatistik Mehr Einbrüche, weniger Gewalt

Schlechte Nachrichten für Schaumburg: Die Zahl der Straftaten ist erstmalig seit zehn Jahren über die Marke von 10 000 gestiegen. 2014 wurden insgesamt 10 419 Straftaten registriert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 12,15 Prozent (1129 Fälle).

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2014 im dritten Jahr in Folge gestiegen. Thorsten Walter (von links), Gabriela Mielke und Frank Kreykenbohm von der PI Nienburg/Schaumburg appellieren an Nachbarn, verdächtige Beobachtungen ernst zu nehmen. 

Quelle: tbh

Stadthagen. Positiv: Nicht nur die Zahl der Straftaten ist auf einem Zehnjahreshoch, sondern auch die Aufklärungsquote ist erneut gestiegen. Diese betrug 2014 64,59 Prozent. Insgesamt 6730 Straftaten wurden aufgeklärt.

Während im Bereich der Gewaltkriminalität mit 220 Fällen gegenüber 272 im Jahr 2013 sowie gefährliche/schwere Körperverletzungsdelikte (154) leichte Rückgänge verzeichnet werden, stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche zum dritten Mal in Folge an. Waren es 2011 noch 194 Einbrüche, verzeichnet die Polizei für Schaumburg bis 2014 einen Zuwachs von 56 auf 255 Fälle. „Trotz Erfolgen ist es uns nicht gelungen, dem entgegenzuwirken“, bedauert Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Bei 37 Prozent der Taten blieb es beim Versuch. Dabei handelt es sich nach Worten von Thorsten Walter, Leiter des Zentralen Kriminalitätsdienstes der PI Nienburg/Schaumburg, „ganz klar nicht nur um örtliche Täter“. Durch die Nähe zur A 2 sei Schaumburg auch stark von organisierter Bandenkriminalität betroffen.

Walters Appell: Eigentümer sollten sicherstellen, dass das Haus aktuellen technischen Sicherheitsstandards entspricht. Ein weiterer wichtiger Punkt: die Aufmerksamkeit der Nachbarn. Beobachtungen könnten nicht nur helfen, Einbrüche aufzuklären, sondern würden auch die Gefahr verringern, dass Täter zuschlagen.

Dem vorzubeugen und die Bevölkerung für solche Gefahren zu sensibilisieren, sei ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit der Polizei. Unter anderem sei das Ziel, jeden Tatort von kriminaltechnischen Spezialisten untersuchen zu lassen. Besonders bei Einbrüchen handele es sich nämlich häufig um Serientäter. Und Spuren, beispielsweise DNA, könnten helfen, Taten und Schauplätze miteinander in Verbindung zu setzen.

Als hauptsächliche Einflussfaktoren für den Anstieg der Straftaten sieht der Leiter der Polizeiinspektion vor allem zwei Punkte: zum einen die Strafanzeigen aufgrund der von Neonazis als „Trauermarsch“ bezeichneten Demonstrationen in Bad Nenndorf. Rund 600 Blockierer wurden angezeigt. Er betonte: „Eine Blockade ist Nötigung, auch wenn der kriminelle Unrechtsgedanke relativ gering ist.“ Es gehe dabei keineswegs darum, den bürgerlichen Protest zu kriminalisieren.

Zum anderen, sagt Kreykenbohm, sei der Anstieg der Straftaten auf dem Schaumburger Abschnitt der A 2 ein Faktor für die Zunahme der Straftaten. Insgesamt 441 Delikte, 91 mehr als 2013, wurden auf Parkplätzen und Raststätten entlang dem im Schaumburger Gebiet gelegenen Teilstück der A 2 registriert. Darunter 200 Mal Tankbetrug, 77 Mal Ladungsdiebstahl und in 39 Fällen ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Den Großteil (151 Fälle) bilden Diebstähle, die am Parkplatz Bückethaler Knick erfasst wurden.

Zugenommen haben auch der Sozialleistungsbetrug, der von den Kommunen im vergangenen Jahr vermehrt angezeigt worden ist, sowie die Fälle häuslicher Gewalt. Erfreulich ist hingegen: Die Zahl der Opfer ist im Jahr 2014 zurückgegangen.

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