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Aus dem Landkreis „Mehr Schaumburger als Hildesheimer“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Mehr Schaumburger als Hildesheimer“
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20:25 19.08.2011
Stefan Bringer verlässt mit Wehmut seine Gemeinde und das Schaumburger Land. © jpw
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Landkreis (jpw). „Ich fühle mich mehr als Schaumburger denn als Hildesheimer“, sagt Bringer im Gespräch, um deutlich zu machen, dass er seine Gemeinden in Hohnhorst/Bokeloh und Lindhorst/Sachsenhagen „mit etwas Wehmut“ verlässt. Das bedeutet umso mehr, wenn man weiß, dass Bringer in Schellerten aufwuchs, rund acht Kilometer von seiner neuen Wirkungsstätte entfernt. Die Lage in den Pfarrgemeinden Algermissen, Harsum und Asel sei „dramatisch“, schildert er. Sein 43-jähriger Vorgänger sei an Krebs gestorben.

Bringer fühlt sich wohl im Schaumburger Land, hat privat ein Faible für die „spezielle Gemütlichkeit“ dieses Landstrichs entwickelt. Beruflich will er die „glaubensfrohe Stimmung“ mit in die Hildesheimer Börde nehmen. Ihn hat die „selbstverständliche Aufgeschlossenheit“ beeindruckt, mit der kirchliche Themen in Schaumburg angegangen würden. Auch schätzt er die „kurzen Wege“. Mitnehmen will er auch die hier praktizierte „ökumenische Kirchlichkeit“, aus der nicht nur konkrete Projekte, sondern auch Freundschaften zu seinen evangelischen Kollegen Josef Kalkusch, Anke Orths und Vera Pabst entstanden sind.

So ganz „Schluss“ ist für den 42-Jährigen noch nicht. Seinen Religionsunterricht in der Grundschule in Haste will er noch bis zum Ende des ersten Halbjahrs im Februar des nächsten Jahres fortsetzen.

Umstrukturierungen, die ihn jetzt erwarten (aus seinen drei Pfarrgemeinden soll bis zum Jahr 2014 eine entstehen), hat Bringer bereits im Schaumburger Land absolviert. Er hat also Erfahrung.

Für Bringer ist die Situation an seiner neuen Wirkungsstätte ungewohnt, rund 60 Prozent der Einwohner sind katholisch. Er befindet sich dort in einer ähnlichen Situation wie die meisten seiner evangelischen Kollegen im Schaumburger Land: Ort und Pfarrgemeinde sind kongruent.

Dass dieses im Gebiet von Bokeloh, Hohnhorst, Lindhorst und Sachsenhagen bei den Katholiken traditionell nicht so gewesen sei, habe die Fusionen erleichtert, resümiert der Theologe. „Man arbeitet lieber mit anderen zusammen, ist aufgeschlossener.“ Natürlich brauche es aber auch Zeit, bis das Verständnis für Veränderungen wachse.

Einen neuen eigenen Pfarrer bekommen die zwei Pfarreien nicht mehr. Als Pfarrverweser wird der Stadthäger Pfarrer Stephan Uchtmann die Seelsorge für Bringers Gebiet wahrnehmen, bis im Sommer 2012 Hohnhorst der Pfarrgemeinde Bad Nenndorf, Bokeloh nach Wunstorf und Lindhorst und Sachsenhagen nach Stadthagen eingepfarrt werden.

Uchtmann versieht auch Bringers Amt des Dechanten des Dekanats Bückeburg so lange, bis dieses zusammen mit dem Dekanat Holzminden zum Dekanat Weserbergland fusioniert wird. Bringer hält nicht hinter dem Berg mit seiner Meinung, dass er den Zuschnitt des Dekanats „personell richtig“, aber „verkehrstechnisch kritisch“ sieht.

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