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Mehr Stellen für weniger Azubis

Schaumburg Mehr Stellen für weniger Azubis

Die abschließende Bilanz der Agentur für Arbeit, die gestern veröffentlicht worden ist, lässt folgendes Fazit zu: Die Betriebe haben genug Lehrstellen angeboten, aber es fehlten die Interessenten. 3210 junge Menschen meldeten sich bei den örtlichen Agenturen für eine Ausbildungsstelle.

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Symbolbild

Quelle: dpa

LANDKREIS. 3210 junge Menschen meldeten sich vom 1. Oktober vergangenen Jahres bis 30. September bei den Arbeitsagentur-Geschäftsstellen und den Jobcentern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg als Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das sind deutlich weniger als im Jahr zuvor – 4,9 Prozent. In nahezu gleichem Umfang stieg indes die Nachfrage von Betrieben und Verwaltungen nach Auszubildenden. Sie meldeten der Agentur für Arbeit und den Jobcentern 2833 Ausbildungsstellen zur Besetzung, das entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent.

Damit verfestigt sich der Trend, dass Ausbildung für die Personalbeschaffung der Unternehmen zunehmend an Gewicht gewinnt: Bereits in den beiden davor liegenden Berufsberatungsjahren war die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen gestiegen.

Interessierte Jugendliche fehlen

„In diesem Jahr war es ganz eindeutig: Bei der Ausbildungsvermittlung durch unseren Arbeitgeber-Service fehlte es nicht an Lehrstellen, sondern an jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren“, erläutert Ursula Rose, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hameln, die Entwicklung. Zwar seien über den gesamten Agenturbezirk immer noch weniger Stellen als Ausbildungssuchende gemeldet. Allerdings entscheide sich ein großer Teil der gemeldeten Ausbildungsinteressierten letztendlich doch für einen weiterführenden Schulbesuch, um einen höherwertigen Bildungsabschluss zu erreichen. Rose stellt klar: „Es kommt jetzt darauf an, die guten beruflichen Chancen und Möglichkeiten, die eine betriebliche Berufsausbildung bietet, wieder in das Bewusstsein von Jugendlichen und deren Eltern zu rücken.“ Bei der Entscheidung unter den zahlreichen Möglichkeiten, die es gebe, sei es wichtig, dass es individuell passe. Das könne auch bedeuten, dass sich nach einem persönlichen Beratungsgespräch eine duale Ausbildung als der beste berufliche Einstieg herausstelle.

136 Lehrstellen unbesetzt

Vor dem Hintergrund der gestiegenen gemeldeter Ausbildungsstellen blieben Ende September 136 Lehrstellen unbesetzt, das waren 64 mehr als im Vorjahr. Doch trotz des gestiegenen Lehrstellenangebotes konnten nicht alle Jugendlichen versorgt werden, die einen Ausbildungsplatz suchten: 51 Ausbildungssuchende waren zum 30. September noch ohne Ausbildungsplatz, auch eine andere konkrete Perspektive fehlte. Gegenüber dem Berufsberatungsjahr davor hat sich die Zahl der unversorgten Bewerber damit mehr als halbiert.

Auch bei einem guten Ausbildungsmarkt gehen manche Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle leer aus, weil Angebot und Nachfrage nie vollständig in Einklang gebracht werden können, berichtet Rose. Ungünstige Verkehrsbedingungen im Weserbergland spielen dabei beispielsweise eine Rolle. Ein anderer wesentlicher Grund liegt darin, dass die Profile der Bewerbenden vielfach nicht den Anforderungen der Arbeitgeber entsprechen. Jens Auberg, Teamleiter der Berufsberatung, unterstreicht: „Derjenige mit dem höheren Schulabschluss hat nicht automatisch die besseren Chancen auf eine Ausbildungsstelle.“ Die Erfahrung zeige, dass Arbeitgeber gerade motivierten Bewerbern von Haupt- oder Realschule auch gute Chancen als Azubis einräumen. jemi

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