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Mehr als 200 Flüchtlinge gehen freiwillig

Abgelehnte Asylbewerber Mehr als 200 Flüchtlinge gehen freiwillig

Im Vergleich zum Vorjahr haben im jetzt zu Ende gehenden Jahr 2016 mehr abgelehnte Asylbewerber freiwillig den Landkreis Schaumburg verlassen.

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Quelle: Symbolbild dpa

Landkreis. Sind 2015 noch 162 Menschen ohne Druck in ihre Heimatländer zurückgekehrt, waren es in diesem Jahr 219. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) sieht darin einen Rekordwert.

 Der Erste Kreisrat Klaus Heimann führt die Entwicklung auf die Klassifizierung zusätzlicher Länder als sogenannte „Sichere Herkunftsstaaten“ durch die Bundesregierung zurück. Vereinzelte freiwillige Ausreisen habe es nach Irak und Iran gegeben, der Großteil der Menschen sei aber aus den Balkanstaaten nach Schaumburg gekommen – und schließlich dahin zurückgereist. „Viele haben einfach eingesehen, dass sie keine Chance haben“, sagt Heimann.

 Diese Einschätzung teilt Stephan Hartmann, der bei der Awo seit rund 20 Jahren Zuwanderer berät. Darüber hinaus nehme oft Einfluss auf die Entscheidung: Wer freiwillig geht, bekommt eine zehnmonatige Einreisesperre. Mit 30 Monaten werden dagegen Abgelehnte belegt, die abgeschoben werden müssen.

 Hartmann: „Das kann zum Beispiel zum Problem werden, wenn jemand später nicht als Zuwanderer, sondern vorübergehend für eine Arbeit einreisen möchte.“ Bearbeitungszeiten bei deutschen Botschaften der Herkunftsländer lägen nicht selten im Bereich eines halben Jahres. „So lange wartet wohl kaum ein Arbeitgeber“, erklärt Hartmann.

 Außer den Chancenlosen, die vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge bereits eine Aufforderung zur Ausreise erhalten haben, befinden sich unter den freiwilligen Rückkehrern laut Hartmann auch solche, die aus familiären Gründen gehen. Dabei handele es sich aber um eine Minderheit.

 Zum ersten Mal erlebe Hartmann, dass die Zahl über 200 steigt. Annähernd hoch sei sie zuletzt Ende der Neunziger zum teilweisen Ende des Krieges im ehemaligen Jugoslawien – speziell Bosnien – gewesen. Für das kommende Jahr rechnet Hartmann mit einem weiteren Anstieg für den Fall, dass die Regierung auch Afghanistan als sicher einstuft – für Hartmann eine Katastrophe. Eher als beim Balkan, so der Flüchtlingsberater, gelte bei dem südasiatischen Binnenstaat: „Die Menschen, die nach Afghanistan zurückkehren, haben nichts.“

 Die Rückreise erfolge mit dem Bus oder dem Flugzeug. Um sicherzustellen, dass die Menschen Deutschland verlassen haben, zeichnen Grenzer des Ziellandes eine sogenannte Grenzübertrittsbescheinigung ab, die sie dann zurück ins Kreishaus an der Stadthäger Jahnstraße schicken. jcp

  

weniger Abschiebungen

Weniger Abschiebungen

Wer nach einem Ablehnungsbescheid nicht ausreist, wird abgeschoben. Der Landkreis arbeitet dabei mit dem Landeskriminalamt zusammen. Abschiebungen sind laut Erstem Kreisrat Klaus Heimann immer auch ein Polizeieinsatz.

 Anders als die Zahl der freiwilligen Rückgänge ist die der Abschiebungen unverändert im einstelligen Bereich geblieben. 2015 wurden neun, 2016 insgesamt sieben Personen abgeschoben, teilte Heimann mit. jcp

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