Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Mehr als nur mal Zigaretten holen

Diebstahl häuft sich um die Jahreswende auffällig Mehr als nur mal Zigaretten holen

Ein paar Schachteln Zigaretten gestohlen – ärgerlich für betroffene Einzelhändler, aber kaum eine Nachricht, die im Gedächtnis bleibt. Auffällig wird’s, wenn die Polizei es fast täglich mit Zigarettendieben zu tun bekommt.

Voriger Artikel
Lions: 12.000 Euro für Weihnachtshilfe
Nächster Artikel
Generationenfreundlich einkaufen

In Schaumburg gibt es um die Jahreswende viele Zigarettendiebstähle. 

Quelle: Montage: dpa/Harmening

Landkreis. In Schaumburg gab es eine solche Häufung zuletzt um die Jahreswende. Unter anderem in Obernkirchen, Stadthagen und Bad Nenndorf haben Männer aus Georgien ordentlich Rauchware mitgehen lassen. Zwei davon wurden in Stadthagen nur wenige Tage nach ihrer Festnahme zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Richter hielt es in seinem Urteil für denkbar, „dass Sie Komplizen hatten“.

Bandenkriminalität? Bei einer solch auffälligen Wiederholung von Diebstählen mit immer wieder ähnlichem Muster, begangen von immer wieder der gleichen Gruppe, betrachtet die Polizei „niemals nur den Einzelfall“, erklärt deren Stadthäger Sprecher Axel Bergmann. Im Austausch über E-Mails und Datenbanken werden Informationen zu Tätern an Landes- und Bundesbehörden weitergeleitet. Die entscheiden dann, ob eine Ermittlungsgruppe eingerichtet wird, die sich ausschließlich mit dem einen Phänomen – in diesem Fall „Zigarettenklau“ – beschäftigt. Ob das im Fall der Schaumburger Fluppendiebe geschehen ist, weiß Bergmann nicht.

Das Landeskriminalamt hält sich bedeckt, von einer Sondereinheit wisse man nichts. Fest steht: Vor etwa zweieinhalb Jahren zog eine Gruppe georgischer Asylbewerber vom Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen aus, um allein in Niedersachsen rund 150 Straftaten zu begehen. Das berichtete das Göttinger Tageblatt. Damals gab es eine spezielle Ermittlungsgruppe, zusammengesetzt aus Beamten der Friedländer Wache.

Es ging um Diebstähle, Einbrüche, Hausfriedensbrüche und sexuelle Nötigung – angeblich begangen ausschließlich von Georgiern. Es gebe aber „keine Lex Georgier“, sagte dazu der damalige Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Göttingen.

Zurück nach Schaumburg: Handelt es sich bei den Dieben nachgewiesenermaßen um Mitglieder einer organisierten Gruppe, weiß Polizeisprecher Bergmann, wirkt sich das auch auf das Strafmaß aus. Ein „banden-“ oder „gewerbsmäßiges“ Verbrechen verschärft den Tatbestand Diebstahl.

Von den Merkmalen organisierten Diebesverhaltens jedenfalls treffen viele auf die Georgier zu, die in Schaumburg zugeschlagen haben. Dazu zählen laut Bergmann unter anderem: Präparierte Kleidung, in der sich das Diebesgut gut verstecken lässt; es wurden Geschäfte Opfer, die vermutlich im Vorfeld ausspioniert wurden; es wurde gezielt eine bestimmte Ware geklaut; die Vorkommnisse sind zeitlich begrenzt: Ende Dezember, Anfang Januar erreichten sie ihren Höhepunkt, derzeit ist es ruhig.

Wer sich übrigens schon mal gewundert hat, warum Rasierklingen im Supermarkt nur an der Kasse erhältlich sind: So, wie die Diebe es diesmal auf Zigaretten abgesehen hatten, standen vor einigen Jahren Rasierklingen hoch in der Gunst osteuropäischer Banden.   jcp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg