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Mindestlohn lässt Museen kalt

Meistens sitzen Ehrenamtliche an der Kasse Mindestlohn lässt Museen kalt

Das Mausoleum hinter der Martini-Kirche in Stadthagen verkürzt zum 1. April die Öffnungszeiten um satte drei Stunden pro Tag. Als Grund nennt der tragende Renaissanceverein den Mindestlohn. Eine richtungsweisende Entscheidung für andere Museen im Landkreis? Kaum: In den meisten wird die Arbeit von Ehrenamtlichen erledigt.

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Führung im Stadthäger Mausoleum: Die Fachkenntnisse der Mitarbeiter lassen sich nicht einfach mit Ehrenämtlern ersetzen, sagt der betreibende Verein.

Quelle: jcp

Landkreis (jcp). Eine Ausnahme ist das Hubschraubermuseum in Bückeburg. Im vergangenen Jahr täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, können sich Besucher die Ausstellungsstücke jetzt nur noch von 10 bis 17 Uhr ansehen. Ausschlaggebend sei für diese Entscheidung zwar eher ein allgemeiner Spargedanke gewesen, sagt Dieter Bals, Leiter des Hubschraubermuseums. Zudem habe man festgestellt, dass die weggestrichenen Stunden ohnehin von eher mauem Besuch geprägt seien. Auch der Gedanke an den Mindestlohn hätte aber durchaus eine Rolle gespielt.
 Ein anderes Bild zeigt sich zum Beispiel im stadtgeschichtlichen Museum Bückeburg, im Heimatmuseum Auetal, in der Rintelner Eulenburg oder auch im Fleckenmuseum Lauenau. Museumsleiter und Sprecher der jeweiligen Trägervereine verweisen zumeist darauf, dass die Kasse ohnehin durch Ehrenamtliche besetzt ist, die auch die Führungen durch das Museum übernähmen. Hinzu kommen manchmal ein oder zwei hauptamtliche Historiker – insgesamt gebe es aber keinen Grund, irgendetwas an den Öffnungszeiten zu ändern.
 Was ist passiert in Stadthagen? 8,50 Euro statt wie bisher fünf Euro pro Stunde muss der Verein den Mitarbeitern zahlen, die die Gäste im Mausoleum empfangen. Konsequenz: Statt wie bisher um zehn öffnet das Stadthäger Denkmal seine Pforten erst um 13 Uhr.
 Im Mausoleum arbeiteten keine Ehrenamtlichen, sondern 450-Euro-Kräfte, sagt der Vorsitzende des Stadthäger Renaissancevereins, Harald Weidenmüller. Diese müssen seit der Mindestlohnregelung für das gleiche Geld weniger arbeiten. Sie gegen Ehrenamtliche auszutauschen,  komme nicht infrage, so Weidenmüller. Es handele sich um besonders geschultes Personal, das sich für Gästeführungen zum Beispiel Wissen über das Grab- und Auferstehungsmonument des niederländischen Bildhauers Adriaen de Vries im Mausoleum angeeignet hat. Bezahlt werden die Mitarbeiter mit Unterstützungsgeldern für den Verein aus dem Stadtetat.
 Ausnahmen vom Mindestlohn haben vor Kurzem die Vertreter der Sportvereine mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ausgehandelt. Und auch, wenn er die Kürzungen der Öffnungszeiten in der Jahresversammlung des Renaissancevereins als „vertretbar“ bezeichnet hat, wäre Weidenmüller einer solchen Sonderbehandlung nicht abgeneigt. „Sicher“, sagt er. „Das würde uns helfen.“

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