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Mission Landratswahl

Überlegungen der CDU Mission Landratswahl

In den Kreisparteizentralen stürzt sich derzeit alles auf den Kampf um Mandate für Bund und Land. Dabei ist eine andere Wahl für Schaumburg mindestens genauso bedeutend – und auch nicht mehr fern. Voraussichtlich Ende nächsten Jahres wird ein neuer Landrat gewählt.

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Quelle: pr.

LANDKREIS. Ob die CDU einen eigenen Kandidaten gegen Amtsinhaber Jörg Farr (SPD) ins Rennen schickt? Ungewiss.

Noch gibt es in der Union keine abgesteckte Marschroute. Geplant war, erst im Februar über das Thema Landratswahl zu entscheiden, wie aus dem Umfeld der Parteiführung verlautet. Dieser Fahrplan war jedoch zu einem Zeitpunkt vereinbart worden, an dem man noch von einer Landtagswahl im Januar ausging. Nach dem überraschenden Vorziehen des Termins auf Oktober – ausgelöst durch die Regierungskrise in Hannover – kommt nun schneller als geplant Bewegung in die Debatte.

Nach Informationen der Schaumburger Nachrichten haben sich einflussreiche Mitglieder innerhalb der Kreis-CDU dafür ausgesprochen, keinen eigenen Bewerber ins Rennen zu schicken. Mehr noch: Die CDU könnte Farrs erneutes Antreten nicht nur „tolerieren“, sondern ihn mit der SPD gemeinsam zum Kandidaten ausrufen.

Werben hinter den Kulissen

Eine Strategie, für die sich dem Vernehmen nach besonders Gunter Feuerbach stark macht. Der Chef der Kreistagsfraktion wirbt hinter den Kulissen eifrig für diese Idee. Aber auch Parteigrößen wie der Europaabgeordnete Burkhard Balz und Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Drewes können sich eine Unterstützung Farrs durchaus vorstellen, heißt es.

Dahinter steht vor allem folgende Überlegung: Farr sitzt als Landrat fest im Sattel. Er genießt hohes Ansehen über Parteigrenzen hinweg – gerade auch, weil er seine eigene Parteizugehörigkeit aus dem Amt heraushält. „In der Bevölkerung wird er nicht als SPD-Mann wahrgenommen. Und er macht einen guten Job“, räumt ein Mitglied der CDU-Führungsriege offen ein.

Für jeden Herausforderer dürfte es deshalb sehr schwer werden, gegen den seit 2011 amtierenden Obernkirchener zu gewinnen. Angesichts dieser Ausgangslage stehen potenzielle Gegenkandidaten nicht eben Schlange.

Noch engere Zusammenarbeit

In der CDU weiß man zudem zu schätzen, dass Farr vertrauensvoll mit der Großen Koalition, die de facto im Kreis seit Jahren regiert, zusammenarbeitet. Für die Zukunft dürfte diese Stabilität noch wichtiger werden: In der kommenden Legislaturperiode werden vermutlich wichtige Weichen gestellt werden müssen, damit der Landkreis Schaumburg auch auf längere Sicht handlungsfähig bleibt und seine Eigenständigkeit bewahren kann. Dafür ist es notwendig, dass die Gemeinden noch enger kooperieren. Schon jetzt gibt es dazu vertrauliche Gespräche hinter verschlossenen Türen – von Farr moderiert.

Gleichwohl wird in der Union Wert auf die Feststellung gelegt, dass es durchaus geeignete Bewerber in den eigenen Reihen für den Chefposten im Kreishaus gibt. Ihre Zahl ist indes überschaubar. Zugetraut wird der Job Axel Wohlgemuth. Es ist aber kein Geheimnis, dass der Vorsitzende der Bückeburger CDU-Ratsfraktion einen zweiten Anlauf nehmen möchte, um in der Residenzstadt die Nachfolge von Bürgermeister Reiner Brombach anzutreten. Bei den letzten Wahlen war er dem SPD-Amtsinhaber nur knapp unterlegen. Als die CDU vor Monaten einen Kandidaten für den Landtagswahlkreis suchte, hatte Wohlgemuth – mit Blick auf seine Bückeburger Ambitionen – abgewinkt.

Der zweite Name, der immer wieder fällt: Mike Schmidt. Der Auhäger hat vor drei Jahren das Nenndorfer Rathaus erobert und macht seitdem dort mit seinem unbürokratischen Führungsstil eine gute Figur, wie selbst politische Gegner zugestehen.

Hohes Risiko für Bewerber

Würden Wohlgemuth oder Schmidt ihren Hut zum jetzigen Zeitpunkt in den Ring werfen, gingen sie damit aber ein hohes Risiko ein. Hinzu kommt: Beide sind noch so jung, dass für sie auch in der Nach-Farr-Ära eine Bewerbung um den Landratsposten infrage käme. Das gilt im übrigen auch für den ebenfalls gehandelten Rintelner CDU-Ratsfraktionschef Veit Rauch. Sie alle hätten zu einem späteren Zeitpunkt vermutlich deutlich bessere Chancen auf einen Sieg. Es spricht also aus mehreren Gründen viel dafür, dass die Kreis-CDU im nächsten Jahr auf einen eigenen Landratskandidaten verzichten wird.

Durch ist das Thema aber noch nicht. Sollte es der Union gelingen, die Schaumburger Direktmandate für Bundestag und Landtag zu holen, könnte das neue Begehrlichkeiten wecken. „Einige in der Partei drängen dann möglicherweise darauf, die Schwäche der SPD zu nutzen, um auch noch die Hand nach dem Kreishaus auszustrecken“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Die Entscheidung, wie die CDU letztlich mit der Kandidatenfrage umgeht, dürfte wohl in jedem Fall früher fallen als zum ursprünglich avisierten Februartermin. Vermutlich noch in diesem Jahr. Der Tag der Landratswahl steht bislang offiziell nicht fest. Als möglich gilt ein Termin bereits im Oktober 2018. mf

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