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Aus dem Landkreis Mit 67 Jahren zum Einsatz
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Mit 67 Jahren zum Einsatz
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14:46 01.06.2018
Freiwillige Einsatzkräfte können jetzt bis zum 67. Lebensjahr in der Feuerwehr aktiv sein. Quelle: dpa
Landkreis

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote begrüßt die Änderungen des Brandschutzgesetztes ausdrücklich. Dieses hatte der Landtag jetzt angepasst. Laut des Niedersächsischen Innenministeriums soll die Anpassung des Brandschutzgesetzes vor allem den Wehren helfen, die vom demografischen Wandel betroffen sind.

„Das Anheben der Altersgrenze ist auf jeden Fall sinnvoll“, findet Grote. In der Vergangenheit sei es immer wieder schwierig gewesen, den aktiven Feuerwehrleuten zu vermitteln, dass sie zwar bis 67 Jahren arbeiten müssen, aber nur bis zum 63. Lebensjahr bei Feuerwehreinsätzen helfen dürfen.

Probleme mit Tagesverfügbarkeit

Viele Mitglieder seien auf jeden Fall bereit, länger mitzuwirken. Zudem seien die Aufgaben bei der Feuerwehr sehr vielfältig. „Insbesondere bei der Tagesverfügbarkeit kann uns das Anheben der Altersobergrenze helfen“, ist Schaumburgs Kreisbrandmeister sicher. Dieser Aufgabenbereich sei durchaus problematisch, weil viele Feuerwehrleute außerhalb des Landkreises arbeiten und aus diesem Grund in diesem Zeitraum nicht für Einsätze zur Verfügung stehen.

Das grundsätzliche Problem, dass die Feuerwehren unter der demografischen Entwicklung leiden, könne mit der Anpassung des Gesetzes natürlich nicht gelöst werden. „Allerdings sind wir im Landkreis auch noch sehr gut aufgestellt.“ Mit 69 Kinder- und 89 Jugendwehren gebe es bei den meisten Feuerwehren in Schaumburg noch genug Nachwuchs. Mit dieser Anzahl von Nachwuchswehren sei der Landkreis führend in Niedersachsen.

Mitgliederzahl steigt

Im vergangenen Jahr konnte die Zahl der aktiven Mitglieder in Schaumburg sogar um 50 vergrößert werden, berichtet Grote. Das klinge für einen Laien im ersten Moment nicht viel, aber es sei ein Trend in die richtige Richtung. Bei den meisten Wehren seien die Zahlen stets rückläufig. Die Altersanhebung sei aber auf jeden Fall das richtige Signal, zumal es auch eine Wertschätzung für die Kameraden bedeute.

Das findet auch der heimische Landtagsabgeordnete Karsten Becker (SPD). Er macht jedoch noch darauf aufmerksam, dass die SPD gemeinsam mit den Grünen ziemlich genau vor einem Jahr das Gesetz bereits so verabschieden wollte. Dann allerdings verlor die rot-grüne Landesregierung bekanntlich ihre Mehrheit.

Verbesserung der Wehren

Die CDU wollte diesem Gesetzesentwurf dann nicht zustimmen, betont Becker. Nun sei er aber froh über die Anpassung: „Nach einjähriger Verzögerung wegen der Neuwahlen ist es gut, dass das Brandschutzgesetz nun novelliert wurde.“ Das führe zu einer Verbesserung der Funktionalität der Wehren, ist sich Becker sicher.

„Die Schaumburger Feuerwehren hatten sich auch geschlossen dafür ausgesprochen, obwohl sie hier noch deutlich besser aufgestellt sind als in anderen Landkreisen.“ Die Verantwortlichen der Feuerwehren im Nordwesten Niedersachsens hatten sich „zögerlich“ für eine Novellierung ausgesprochen beziehungsweise waren vehement dagegen. Da jedoch jeder Aktive der Feuerwehr selbst entscheiden könne, ob er noch ein paar Jahre dranhängen möchte, sehe er für niemanden Nachteile. jemi