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Mit Eiswasser gegen ALS

Landkreis Mit Eiswasser gegen ALS

Eine Welle schwappt durchs Land: Auch in Schaumburg übergießen sich in den vergangenen Tagen immer wieder Menschen mit einer Eimerladung Eiswasser und stellen Videos von ihrer Aktion ins Internet. Die „Ice Bucket Challenge“ hat den Landkreis erreicht.

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Nass für ALS: Maik Beermann, Grant Hendrik Tonne, SN-Verlagsleiter Arne Frank, Mike Schmidt und Heiko Tadge.

Quelle: Screenshots: Facebook, Montage: Elze/Harmening

Landkreis. „Sportliche Herausforderungen nehme ich gerne an“, sagt Karsten Becker (SPD), Schaumburger Landtagsabgeordneter, der ebenfalls für eine Eimerladung nominiert ist. Die Herausforderung (Englisch: challenge): Er muss sich –in der Regel innerhalb von 24 Stunden – mit einem Eimer (bucket) voller Eiswasser übergießen und für die Erforschung der Krankheit ALS (siehe Kasten) spenden. Um die geht es letztlich bei der Spaßaktion. Mike Schmidt, Heiko Tadge, Maik Beermann (alle CDU) und Grant Hendrik Tonne, SPD-Landtagsabgeordneter aus dem Nachbarkreis Nienburg, haben es schon hinter sich gebracht.

 Tadge hat vor drei Jahren das erste Mal von der Krankheit ALS gehört: „Die Tante meines Nachbarn ist vor drei Jahren an ALS erkrankt und daran verstorben“. Beermann hat mit seiner Spende eine lokale Einrichtung, die DLRG Nienburg, bedacht. Nominiert sind unter anderem noch Eckhard Ilsemann (SPD) aus Nienstädt und Radiomoderatorin Sabine Bulthaup aus Wiedenbrügge.

 Doch es regt sich auch Kritik: „Ich finde es einfach nur noch nervig“, schreibt beispielsweise Nutzer Christoph Olböter auf der SN-Facebookseite und zweifelt – wie einige andere auch – den Sinn solcher Videos an. Einige kritisieren die Aktion als Wasserverschwendung und werfen den zumeist prominenten Teilnehmern auch vor, die Aktion zur Selbstdarstellung zu nutzen. Ines Ascher dagegen findet: „Was ist denn so schlimm daran, wenn man eine Spendenaktion mit Spaß verbindet!? Es kommt doch im Großen und Ganzen was Gutes dabei heraus.“ mak, aw

Amyotrophe Lateralsklerose

Bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) handelt es sich um eine seltene, degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Dabei werden die Nervenzellen (Neuronen), die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind, fortschreitend und irreversibel geschädigt. Die Muskulatur wird gelähmt, es kommt unter anderem zu Gang-, Sprech- und Schluckstörungen, Arm- und Handmuskulatur sind zunehmend eingeschränkt. Bekannte Patienten sind unter anderem der 2007 verstorbene Maler Jörg Immendorff und der britische Physiker Stephen Hawking. Die Ursache für ALS ist unklar, Therapien zielen bislang vor allem auf die Linderung der Symptome ab. Diese sollen mit der Eiswasserdusche simuliert werden. Wer sich mit Eiswasser überschüttet, fühlt sich danach für einen kurzen Moment wie betäubt. Durch den Schreckmoment gibt es außerdem eine kurze Atemlosigkeit. In Deutschland beschäftigt sich unter anderem die Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit der Krankheit. aw

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