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Aus dem Landkreis Mit Elektroantrieb durch die Stadt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Mit Elektroantrieb durch die Stadt
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00:17 25.11.2016
Auch in Schaumburg sind viele Menschen mittlerweile mit den Elektro-Fahrrädern unterwegs. Das Durchschnittsalter von E-Bike-Nutzern und Pedelec-Fahrern ist zurückgegangen.  Quelle: rg
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Die motorisierten Räder sind auf dem Vormarsch, erklärt Harald Heine vom Zweiradcenter an der Bahnhofstraße in Stadthagen: „Die Nachfrage nach E-Bikes sowie Pedelecs hat dieses Jahr noch mal stark zugenommen.“

"Keine erhöhte Gefahr"

Die Einschätzung, dass Fahrer von E-Bikes oder Pedelecs für zusätzliche Gefahr im Straßenverkehr sorgen, lässt sich statistisch glücklicherweise nicht belegen. Matthias Auer, Pressesprecher beim Polizeikommissariat Bückeburg: „Es ist keine erhöhte Gefahr durch motorisierten Räder festzustellen.“ Die Polizeistatistik weist von 2013 bis Mitte Juni dieses Jahres zehn Verkehrsunfälle auf, an denen Pedelecfahrer beteiligt waren. Eine relativ gering erscheinende Zahl. Zumal Auer an der Stelle ergänzt: „Das waren Unfälle, bei denen normale Fahrradfahrer genauso hätten betroffen sein können.“

Trotz der scheinbar beruhigenden Zahlen rät er aber davon ab, sich einfach ein Pedelec zu kaufen und loszufahren. Vielmehr sollte man es langsamer angehen lassen: „Es ist wichtig, sich damit vertraut zu machen. Zudem sollte man sich rechtlich beraten lassen. Dies ist bei niedergelassenen Geschäften möglich.“

Ein solches Geschäft ist unter anderem das Zweiradcenter an der Bahnhofstraße. Mitarbeiter Heine weiß, nicht nur die ältere Generation genießt gerne den Komfort von E-Bikes und Pedelecs: „Das Durchschnittsalter der Fahrer ist erheblich zurückgegangen. Allerdings haben wir nach wie vor Kunden, die über 80 Jahre alt sind.“

Außer den Empfehlungen, die vonseiten der Firma an potenzielle Käufer gerichtet werden, gibt es auch technische Möglichkeiten, Räder individuell anzupassen. Heine erklärt: „Die Geschwindigkeit, mit der der Motor arbeitet, kann etwa von 25 auf 20 Stundenkilometer reduziert werden.“

Einige Kunden scheinen besonders von den Möglichkeiten angetan, die solche Zweiräder bieten: „Ein Paar hat seinen Zweitwagen verkauft, sich dafür Pedelecs angeschafft“, verrät Heine. „Es ist genial, was da mittlerweile passiert.“

Motor kann zum Problem werden

Vor allem für Menschen, die auf Anhöhen wohnen, von denen es in Stadthagen und Umgebung einige gibt, seien elektronisch angetriebene Räder ein großer Vorteil, meint Manfred Hoppe, Pressesprecher des ADFC Schaumburg. Darüber hinaus gebe es Leute, die weiter Radfahren möchten, es indes, etwa aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr so ohne Weiteres können. Die motorisierte Fahrradvariante könne in solchen Fällen aber auch zum Problem werden, etwa, wenn der Motor den Geist aufgibt. Deshalb rät der ADFC-Pressesprecher zum Fahrradkauf im Fachgeschäft: „Dann hat man eine feste Anlaufstelle, an die man sich im Schadensfall wenden kann.“ ano

Keine normalen Fahrräder

Zwischen E-Bikes und Pedelecs gibt es einige zentrale Unterschiede. Das E-Bike fährt im Unterschied zum Pedelec auch dann, wenn der Fahrer nicht in die Pedale tritt. Sein Elektromotor lässt sich über einen Griff bedienen, über den der Fahrer auch das Tempo regulieren kann – während er nichts weiter tun muss, als das Gleichgewicht zu halten.

E-Bikes sind Leichtmofas

Rechtlich gelten Pedelecs laut Manfred Hoppe vom ADFC Schaumburg als Fahrräder, wenn sie höchstens 250 Watt Leistung haben und nicht schneller als 25 Stundenkilometer fahren können. E-Bikes sind hingegen rechtlich keine Fahrräder, sondern Leichtmofas. Der Grund: Bereits die langsamsten E-Bikes werden, ohne dass der Fahrer treten muss, bis zu 20 Stundenkilometer schnell. Schnellere Modelle können bis zu 45 Stundenkilometer schnell fahren. In solchen Fällen benötigen die Fahrer eine Fahrerlaubnis der Klasse M, außerdem muss das E-Bike ein Versicherungskennzeichen tragen. ano

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