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Mit Mut und Leistung zur Freisprechung

65 frisch gebackene Landwirte Mit Mut und Leistung zur Freisprechung

„Sie sind jetzt Botschafter für den Beruf des Landwirts“ – mit dieser Aussage hat sich Volker Lindwedel von der Prüfungskommission des Ausbildungsberufes Landwirtin/Landwirt vor rund 300 Gästen im Barsinghäuser Zechensaal an 65 frisch gebackene Landwirte gewandt. Diese wurden in einem feierlichen Rahmen offiziell freigesprochen.

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65 Landwirte haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet, darunter auch junge Leute aus Schaumburg.

Quelle: PR.

LANDKREIS. Die neuen Junglandwirte setzen sich sowohl aus dem Weserbergland als auch aus der Region Hannover, als auch dem Landkreis Schaumburg zusammen. Immer stärkere Strukturveränderungen im ländlichen Raum und der Landwirtschaft, so Lindwedel in seiner Rede, würden es schwierig machen, allen am Beruf Interessierten einen Ausbildungsplatz zu ermöglichen. Früher noch hätten Landwirts-Söhne und -Töchter einfach den elterlichen Betrieb übernommen, doch heute seien einfach nicht mehr so viele aktive Betriebe übrig. An der Nachfrage habe sich allerdings nichts verändert. Und so kommt es, dass 40 Prozent der Landwirte-Azubis keinen eigenen Hof haben. Umso höher bemisst Lindwedel dies als positives Signal: „Trotz dieser Herausforderung gelingt es uns, dem Nachwuchs auch ohne Aussicht auf einen eigenen Betrieb, eine reizvolle Ausbildung mit guten Zukunftschancen zu bieten.“

Mut, sich den Kritikern zu stellen

Genauso wie Lindwedel wies auch Andreas Freytag von der Landwirtschaftskammer-Bezirksstelle Hannover auf ein weiteres Kriterium hin, welches er seinen ehemaligen Schülern hoch anrechnete: Mut. Denn angesichts einer teils immer schärferen Kritik gegenüber der Landwirtschaft, gehöre nicht nur eine gewisse Leistung für eine Ausbildung zum Landwirt dazu, sondern mittlerweile ebenso der Mut, sich mit einer solchen Kritik auseinanderzusetzen und sich den Kritikern zu stellen. Gleichzeitig, stellte Freytag klar, müssten die jungen Landwirte nun auch Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Das bedeute für sie in erster Linie: „Langfristige Ziele im Auge behalten und immer das Ende schon mitbedenken.“

Nur theoretisch eine arbeitsfreie Zeit

Absolventin Caroline Aue, die ihre Ausbildung mit der Note 1,17 als Jahrgangsbeste bestanden hat, schien diese Ratschläge bereits verinnerlicht zu haben. In einer pointierten Rede ließ sie ihre dreijährige Ausbildung Revue passieren und erinnerte dabei an so manche Herausforderung – gerade für junge Erwachsene. Wie etwa die, dass Wochenenden in der Landwirtschaft, insbesondere während der Erntezeit, nur theoretisch eine arbeitsfreie Zeit seien. Das könne frustrieren, gab sie zu. Doch wolle sie die Lehrzeit nicht missen und dankte ihren Ausbildern auch für Erfahrungen wie diese.

Alle Absolventen haben eine zwei- oder dreijährige Ausbildung durchlaufen. 13 junge Landwirte dürfen sich aufgrund ihrer herausragenden Leistungen für ein Stipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Stärkung der beruflichen Bildung bewerben. r

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