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Aus dem Landkreis Mitarbeiter beklagen Mängel in Leitstelle
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Mitarbeiter beklagen Mängel in Leitstelle
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00:15 23.08.2016
Mitarbeiter haben in einem anonymen Brief Probleme in der Leitstelle beklagt.  rg
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Landkreis

In einer Stellungnahme hat die Schaumburger Kreisverwaltung die Vorwürfe strikt zurückgewiesen.

In dem anonymen Brief schreiben die Verfasser, „dass durch unsere Arbeitsumstände seit langer Zeit vorsätzlich Menschenleben gefährdet wird“. Seit Monaten bestehe das Problem, „dass Alarmierungen unzuverlässig abgesetzt werden und wir als Disponenten dazu keinen technischen Fehlerhinweis bekommen“. Außerdem sei binnen nur einer Woche eine neue Software-Version eingeführt worden, „in welcher 70 Prozent der Landkreise Schaumburg und Nienburg nicht mit Daten versorgt sind“. Disponentenkollegen hätten zudem noch nie mit der Software gearbeitet.
 

In ihrer Stellungnahme erklärt Kreisdezernentin Andrea Stüdemann, der Kreisverwaltung seien keine Fehler bei der Alarmierung von Notarzt- und Rettungswagen bekannt. In der Leitstelle seien „keine technischen Mängel, die digitale Alarmierung betreffend, bekannt“. Fälle, bei denen eine ausbleibende Alarmierung als Ursache für eine Schädigung von Personen oder Hab und Gut ausgemacht werden konnte, hat es laut Stüdemann nicht gegeben.
 

Das Netzwerk sei so ausgelegt, dass alle Alarmierungen über mehrere Kanäle gleichzeitig abgesetzt würden, falls einer einmal „verstopft“ sein sollte. „Im Alarmierungsnetz haben wir eine marginale Ausfallquote, die im Übrigen durch Rückfallsysteme abgesichert ist“, erläutert Stüdemann. Zudem stehe rund um die Uhr ein Störungsdienst zur Verfügung. Zusätzlich werde jedes alarmierte Einsatzmittel überwacht. Stüdemann konkretisiert: „Rückt ein Rettungswagen oder ein Notarzt nicht binnen 120 Sekunden ab, oder wird dieses Abrücken nicht über Funk bestätigt, warnt das Leitsystem akustisch mit der Ansage ,Fahrzeugzeitüberschreitung‘.“
 

Auch mit Blick auf die Software-Aktualisierung sind laut Stüdemann keine Probleme bekannt. „Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme – und darauf kommt es letztlich an – wird ein kompletter Grunddatenbestand vorhanden sein.“ Die Mitarbeiter seien in der neuen Software gut geschult worden. „Bereits im Juni wurden – mit Ausnahme eines Mitarbeiters – alle Mitarbeiter durch den Hersteller des Einsatzleitsystems eine Woche lang geschult.“

Ein auf die Schulung von Disponenten spezialisierter Trainer habe die Veränderungen nach dem Versionswechsel erklärt und mit den Mitarbeitern praktisch geübt. Auch jetzt bestehe die Möglichkeit, sich an einem eigens eingerichteten Übungsplatz mit der Software weiter vertraut zu machen.
 

Auf Nachfrage hätten die Kreisbrandmeister beider Landkreise mitgeteilt, die anonym geschilderten Probleme ebenfalls nicht zu sehen, hebt Stüdemann hervor. Vielmehr hätten diese von einem reibungslosen Betrieb berichtet. ssr

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