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Modelle kommen weiterhin aus Hülsede

Möbelmanufaktur vergibt Lizenz an Nachbarfirma Heine Modelle kommen weiterhin aus Hülsede

Qualitätsmöbel der Hülseder Firma Kracke werden nicht vom Markt verschwinden. Das zum zweiten Mal von der Insolvenz betroffene Unternehmen stellt zum Monatsende die Produktion zwar ein. Die Marke aber bleibt bestehen und wird auch weiterhin in Hülsede produziert – bei der letzten verbliebenen Traditionsfirma im Deister-Sünteltal, der Firma Heine-Sitzmöbel.

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Symbolische Übergabe des Katalogs an die Firma Heine (von links): Senior Heinz-Hugo Knolle, die beiden Geschäftsführer Volker Knolle und Thomas Kracke sowie Friedrich-Wilhelm Kracke. 

Quelle: nah

HÜLSEDE. Schon in der Vergangenheit hatten sich die beiden Betriebe, die unterschiedliche Kundenkreise bedienen, wiederholt gegenseitig ausgeholfen. So lag es nahe, dass das Unternehmen dem Nachbarn die Fortführung der „Kracke-Kollektion“ anbot, damit sich dieses am immer stärker umkämpften Markt eine bessere Position schaffe. Denn auch bei Heine herrscht, wie Geschäftsführer Volker Knolle bestätigte, seit Monaten Kurzarbeit.

Knolle bedauerte im Pressegespräch das Aus bei Kracke und räumte ein, dass „auch bei uns die Auftragslage nicht zufriedenstellend ist“. Aber er wolle mit der Belegschaft die Chance nutzen, die sich mit der Übernahme der Kracke-Kollektion biete.

Die Stuhlproduktion sei kein Problem, weil diese seit jeher den Schwerpunkt bilde. Die Firma Heine liefert Stühle und Tische unter anderem an Altenheime und Krankenhäuser, an Kirchen und für die Gastronomie. Auch die bei Kracke oft geforderten „karierten Maiglöckchen“ könne das Unternehmen produzieren. Das sind spezielle Farbtöne, Sondermaße oder besondere Stoffe.

Unterstützung in der Anfangsphase

Schwieriger werde es dagegen bei Kracke-Tischen mit deren zum Teil ausgeklügelten Mechaniken. „Aber wir nehmen die Herausforderung an“, betonte Knolle, zumal Senior Friedrich-Wilhelm Kracke Unterstützung in der Anfangsphase signalisierte.

Mit dem Lizenzvertrag gehen nicht nur Name und Logo von „Kracke-Die Möbelmanufaktur“ weiter, sondern auch deren Modelle und Kataloge. Das sind günstige Ausgangspositionen, weil damit im Möbeleinzelhandel der Name Kracke samt vorhandener Ausstellungsstücke unverändert erhalten bleibt und der Außendienst ohne Änderungen für die Produkte werben kann. Für Knolle ist dies sehr wichtig, da sein Unternehmen bislang über andere Vertriebsschienen agierte. Jetzt könnte er sogar profitieren, indem sich zum Beispiel für seine eigenen Produkte neue Vertriebswege eröffnen.

Firmenschicksale auf der Tagesordnung

Trotzdem will der Geschäftsführer, der in der vierten Generation die Firma Heine führt, noch nicht von einer Win-win-Situation sprechen: „Ich hoffe darauf“, gibt er freimütig zu, auch um den Qualitätsstühlen aus dem Deister-Sünteltal noch eine Zukunft zu bewahren. Dafür aber muss er dem schon seit Jahren anhaltenden Niedergang der deutschen Möbelindustrie entkommen. Beinahe wöchentlich ergeben sich Firmenschicksale nach Art von Kracke.

Die Lösung für die Kollektion dürfte sich zunächst nicht auf die ab dem 1. August arbeitslosen Beschäftigten auswirken. „Nur wenn es eine gute Auftragslage zulässt, wären Einstellungen denkbar“, zerstreut Knolle mögliche Hoffnungen. Erst müsse er die derzeit unzureichende Auslastung der eigenen Mitarbeiter kompensieren. Mit dem Chef und Sohn Nils, der in fünfter Generation das Unternehmen einmal führen könnte, sind bei Heine Sitzmöbel derzeit 19 Personen tätig. In besten Zeiten hatte die bereits 1895 gegründete Firma 40 Beschäftigte.   nah

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