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Müllabfuhr: rückwärts fahren verboten

Landkreis Müllabfuhr: rückwärts fahren verboten

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) will den Fahrzeugen der Müllabfuhr verbieten, rückwärts zu fahren. Die Folge: In Schaumburg könnten künftig einige Straßen gar nicht mehr angefahren werden, vor allem Sackgassen wären betroffen.

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Einige Schaumburger müssen bald möglicherweise auf den Anblick der Müllabfuhr vor ihrer Haustür verzichten.

Quelle: rg

Landkreis. Allerdings werden nach Angaben der Sprecherin der Abfallwirtschaftsbetriebe Schaumburg (AWS), Susanne Rintelen, bereits jetzt nicht alle Straßen im Landkreis von der Müllabfuhr angefahren. Betroffen seien alle Straßen, die nach 1979 gebaut wurden und weder ausreichend breit sind noch über einen Wendehammer verfügen.

Die Anlieger dieser Straßen müssen ihre Mülltonnen an dafür vorgesehene Sammelplätze an die nächste Kreuzung bringen, so die AWS-Sprecherin. „Wir orientieren uns dabei an den Regelungen der Berufsgenossenschaft, die aus Gründen der Arbeitssicherheit diese Empfehlung ausgesprochen hat.“ Wie viele Haushalte in Schaumburg davon betroffen sind, konnte Rintelen nicht sagen.

Grundsätzliche Ausnahmeregelungen wie im Landkreis Hameln-Pyrmont, wo das Rückwärtsfahren erlaubt ist, sofern eine geeignete Person den Fahrer anweist oder eine Rückfahrkamera genutzt wird, gibt es in Schaumburg nach Angaben der AWS-Sprecherin dagegen nicht.

Eigentlich wollte die DGUV den Entwurf der Branchenregel „Abfallsammlung“ bereits am 20. Oktober beschließen. Danach hätten Abfallsammeltouren durchgehend so geplant werden müssen, dass keine Rückwärtsfahrten erforderlich sind. Ausnahmen sollten nur dann zulässig sein, wenn sie schriftlich begründet werden und dokumentiert werde, dass eine gefahrlose Rückwärtsfahrt ausnahmsweise gewährleistet werden könne.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) hatte sich bereits im vergangenen Jahr kritisch zu dem Entwurf geäußert und „praxistaugliche Regelungen“ gefordert.

BDE-Präsident Peter Kurth befürchtet, dass durch das Rückwärtsfahrverbot immer mehr Bürger damit rechnen müssen, ihre Tonne zu einem vom Müllauto gut erreichbaren Sammelplatz bringen zu müssen. „Eine bürgerfreundliche und haushaltsnahe Abfallsammlung sieht anders aus. Gerade älteren Menschen ist es nicht zuzumuten, ihre Mülltonne mehrere Hundert Meter an die nächste Kreuzung zu schleppen“, kritisierte Kurth im Vorfeld der Fachkonferenz.

Ob das bundesweite Rückwärtsfahrverbot tatsächlich kommt, entscheidet sich bei einer noch nicht terminierten Fachkonferenz, bei der Vertreter der kommunalen und privaten Abfallbranche zu dem Entwurf der Unfallversicherung Stellung nehmen können.

Noch ist zwar nichts entschieden, aber nach Angaben von Rintelen wappnen sich AWS und Landkreis bereits für den Ernstfall. „Es ist geplant, dass wir die möglicherweise betroffenen Straßen inspizieren und nach Lösungsmöglichkeiten suchen“, berichtet die AWS-Sprecherin. ber

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