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„Müssen uns nicht rechtfertigen“

Geld aus Edathy-Prozess „Müssen uns nicht rechtfertigen“

Ein Anruf und eine E-Mail: Mehr Reaktionen habe sie persönlich auf die Entscheidung, das Geld aus dem Kinderpornografieprozess gegen Sebastian Edathy anzunehmen, nicht erhalten, sagt Landesjugendfeuerwehrwartin Anke Fahrenholz.

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Quelle: Symbolfoto

Landkreis. Trotzdem gebe es derzeit Überlegungen, sich noch einmal an die Öffentlichkeit im Allgemeinen und die Feuerwehrkameraden im Besonderen zu wenden – mit einem nachdrücklichen Hinweis darauf, dass die Jugendfeuerwehr sich nicht aktiv um das Geld beworben habe.

Als Verein stehe die Jugendfeuerwehr auf einer Liste von Institutionen, die Geldern aus Gerichtsprozessen erhalten. „Normalerweise gibt es eine kurze Ankündigung und dann wird das Geld überwiesen“, sagt Fahrenholz. Im Fall Edathy hätten sich die Behörden aber erst nach der Bereitschaft erkundigt, die 5000 Euro anzunehmen. „Wohl wegen der öffentlichen Debatte um den Prozess“, vermutet Fahrenholz.

Eine Antwort musste her: Ja oder Nein? Entschieden hätten darüber per Telefonkonferenz Fahrenholz selbst, der Erste Bildungsreferent Bernd Dahle und die vier niedersächsischen Bezirksjugendfeuerwehrwarte (Schaumburg gehört zum Bezirk Hannover). Abgesprochen hätten sich die sechs zuvor außerdem mit dem Landesfeuerwehrverband und dem niedersächsischen Innenministerium.

In Schaumburg und Nienburg – beide zusammen bilden den ehemaligen Wahlkreis des einstigen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy – reagierten Feuerwehrvertreter mit Ablehnung. Aktuell distanzierte sich die Stadthäger Jugendfeuerwehr wegen „besorgter Elternteile“ noch einmal ausdrücklich schriftlich.

Auch auf der Facebook-Seite der Schaumburger Nachrichten äußerte das Gros der Nutzer Unverständnis, einige hinterfragten, ob Eltern ihre Kinder nach dieser Entscheidung noch zur Jugendfeuerwehr schicken sollten.

Landeswartin Fahrenholz vermutet hinter diesem lokalen Sturm der Entrüstung die Tatsache, dass Schaumburg „einen ganz anderen Bezug zum Thema“ habe. Immerhin handele es sich um Edathys Wahlkreis. Fahrenholz: „Ich selbst kenne den gar nicht.“

Der nachträgliche Verweis darauf, dass die Landesjugendfeuerwehr ohnehin regelmäßig mit Geld aus Prozessen bedacht werde, sei kein Versuch, etwaige Wogen zu glätten. „Wir müssen uns dafür nicht rechtfertigen“, sagt die Landesjugendfeuerwehrwartin. „Wir stehen nach wie vor zu dieser Entscheidung.“  jcp

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