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Mufflons für alle

Landkreis Mufflons für alle

Auf dem Bückeberg hat sich seit der Auswilderung der ersten Mufflons vor 100 Jahren, die größte gesunde Wildschafpopulation Niedersachsens entwickelt, sagt Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel. Das lässt sich unter anderem an den Abschusszahlen erkennen.

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Die Mufflons wagen sich zunehmend zum Äsen auf die Felder. Das Fell der Wildschafe färbt sich im Winter meist dunkler. Die Widder haben zusätzlich meist einen sogenannten weißen Sattelfleck.

Quelle: tbh/pr.

Landkreis. Nach einem drastischen Rückgang in den Jahren 1996 bis 2007 sind die Abschüsse des Muffelwildes in den Revieren auf dem Bückeberg stetig angestiegen und haben 2013, mit 112 geschossenen Muffeln, den vorläufigen Höhepunkt erreicht. Muffelwilderzeugnisse sind in der Region sehr begehrt.

 Bislang sind Jagdeigentümer und Förster in ihren Jagdrevieren mehr oder weniger als Einzelgänger auf Mufflon-Jagd gegangen. Absprachen habe es nicht gegeben. Das soll sich nun ändern. Zwölf von 14 eigenständigen Jagdrevieren auf und um den Bückeberg haben sich am 17. Juni zu der Muffelwildhegegemeinschaft Bückeberg zusammengeschlossen.

 Ziel der neuen Institution ist „das Muffelwild in einer lebensnotwendigen Populationshöhe zu erhalten und die Schäden, die das Mufflon zweifelsfrei verursacht, in einem für die Land- und Forstwirtschaft tragbaren Maß zu halten“, erklärt der Vorsitzende Bernhard Michel. Immer häufiger würden die Herden nämlich zum Äsen auch auf die Felder gehen.

 Der Zusammenschluss solle vor allem zu einem intensiveren Austausch zwischen den Jagdeigentümern beitragen. Nach Schätzungen von Michel und Seidel gibt es zurzeit zwischen 300 und 400 Muffel auf dem Bückeberg. Das Jagdgebiet der Hegegemeinschaft erstreckt sich auf etwa 3600 Hektar. Das Problem: Mufflons streifen zwischen den Jagdrevieren umher.

 Durch den Zusammenschluss erhoffen sich die Jäger und Förster, in ein paar Jahren verlässlichere Zahlen über die Muffelwildpopulation und die Konzentrationsbereiche der Muffel zu bekommen. Zudem sollen Bedrohungen wie die zuletzt 2005 aufgetretene Blauzungenkrankheit und Seuchen wie der Schmallenberg-Virus durch den regen Austausch frühzeitig erkannt werden können. Vier Jagdreviere wollen zurzeit noch eigenständig bleiben. Ein Beitritt sei jederzeit möglich, so Seidel. Die Revierinhaber würden in ihrer Freiheit durch die Hegegemeinschaft keineswegs eingeschränkt“, betont Michel. Im Gegenteil: Der Zusammenschluss habe sowohl für die Jagdeigentümer als auch für die Wildschafe Vorteile.

 Bislang blieb die Hege und Bejagung der Mufflons jedem Jagdeigentümer oder Förster selbst überlassen. Der Zuwachs des Wildes errechnet sich aus der von Jagdeigentümern in ihren Revieren beobachteten Anzahl von Tieren, erläutert Seidel, der den Posten des Geschäftsführers der Muffelhegegemeinschaft übernommen hat. Aus dem Bestand errechne sich dann auch die Abschusszahl in den einzelnen Revieren, die von der unteren Jagdbehörde des Landkreises und dem Jagdbeirat bewilligt wird.

 Die Hegegemeinschaft werde nun als ein Jagdrevier mit einem bestimmten Abschusskontingent betrachtet. „Dadurch können wir die Abschusszahlen flexibler verteilen“, sagt Michel. Außerdem sollen gemeinsame Jagdtage Seidel zufolge den Jagddruck auf die Mufflons reduzieren, sodass sie an jagdfreien Tagen mehr Ruhe bekommen. tbh

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