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Mufflons machen Anwohner wild

Freude und Ärger Mufflons machen Anwohner wild

Die Kleinenbremer Mufflons entwickeln sich langsam zu einer echten Attraktion. „Am Wochenende stehen dort manchmal acht oder neun Autos“, hat Jagdpächter Heinrich Werkmeister beobachtet.

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Sobald Menschen ihnen zu nahe kommen, machen sich die Mufflons an der Barkser Straße vom Acker.

Quelle: ly

Kleinenbremen. Gemeint ist ein Feld an der Barkser Straße, wohin das kleine Rudel täglich zum Fressen kommt. „Die Mufflons sind eine Bereicherung und ein idealer Anschauungsunterricht für nachwachsende Generationen“, meint Werkmeister.

Einigen Hauseigentümern sind die sechs Tiere dagegen ein Dorn im Auge. Friedhelm Wehking, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Kleinenbremen-Wülpke, hat eine von 67 Einwohnern signierte Unterschriftenliste, die Schäden in Gärten beklagt. Schließlich mögen Wildschafe Rosen und Kirschlorbeer besonders gern. Als konkrete Einzugsgebiete der Tiere nennt Wehking die Straßen Am Winkel, Auf der Host, Spellmannsbrink, Mittelweg, Neue Steige, Alte Straße, Zum Brinkhof – und den Friedhof.

Geschossen werden sollte dennoch nicht. „Mir wäre es am liebsten, wenn man die Tiere einfangen und in einem Tierpark unterbringen würde“, schlägt Wehking vor. „Wir wollen ja nur, dass sie nicht mehr in die Gärten kommen.“ Vielleicht erledigt sich das Problem auch auf natürliche Weise, denn: „wenn Wölfe hier heimisch werden, eliminieren sie die Mufflons“, prophezeit Jagdpächter Werkmeister. „In der sächsischen Lausitz gibt es schon keine mehr.“

Und wieso fängt man die Wildschafe nicht einfach ein? „Das ist unmöglich“, erklärt Werkmeister. „Die Verletzungsgefahr wäre zu groß, wenn ein Mufflon im Galopp auf einen Fänger zukäme.“ Ein erwachsener Widder, ausgestattet mit imposanten Hörnern, wiegt immerhin etwa 50 Kilo, ein Schaf 35. Unter normalen Umständen geht von Muffelwild aber keine Gefahr aus.

Und Schießen mit einem Betäubungsgewehr? „Dafür ist die Distanz zu groß“, winkt der Jagdpächter ab. „Man müsste auf 50 Meter rankommen.“ Die Kleinenbremer Mufflons sind jedoch scheu. Sobald Menschen ihnen zu nahe kommen, machen sie sich vom Acker. Nächste Frage: wohin damit? Vor Jahren hat Werkmeister in mehreren Tierparks nachgefragt. Keiner wollte das Rudel.

Schießen könnte eine Alternative sein. Mufflons sind vor etwa 100 Jahren aus Sardinien und Korsika gekommen, in heimischen Biotopen gelten sie als Fremdlinge. Einige Jäger plädieren daher für den Totalabschuss, weil die Tiere Bäumen schädigen könnten. Fürsprecher der Tiere argumentieren, dass Muffelwild bei entsprechender Hege keine Gefahr für die Natur sei.

„Ich lasse mich nicht unter Druck setzen“, sagt Heinrich Werkmeister. „Wenn der Schaden wie hier ein erträgliches Ausmaß hat, sollte man Gnade vor Recht ergehen lassen.“ Hauseigentümern rät der Jagdpächter, einen Zaun zu ziehen. Mufflons sind jagdbares Wild, das zu bestimmten Zeiten geschossen werden darf, weil Minden-Lübbecke kein Muffel-Einstandsgebiet ist.

In einem „befriedeten Bezirk“ wie dem, wo das Rudel meistens unterwegs ist, ruht die Jagd jedoch, weil die Wohnbebauung zu nah ist. Doch es gibt Ausnahmen: Auf privaten Grundstücken kann Jagd erlaubt werden, wenn Eigentümer einen entsprechenden Antrag stellen. Dies sei in Kleinenbremen jedoch nicht geschehen, wie der Kreis als untere Jagdbehörde berichtete.

Behörden können die Bejagung von Muffelwild nur dann anordnen, wenn Interessen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege „ernsthaft gefährdet“ seien, so der Kreis in einer Stellungnahme. Das heißt, „übermäßige Wildschäden“ müssten bereits entstanden oder zu befürchten sein. In Kleinenbremen kann dies schon deshalb nicht passieren, weil das Rudel zu klein ist. Dazu gehören derzeit sechs Tiere, genauer: ein Widder, drei Schafe und zwei Lämmer. ly

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