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Mutter spendet Tochter Niere

SN-Weihnachtshilfe Mutter spendet Tochter Niere

„Eine Schockdiagnose“ ist es gewesen: Eine chronische Niereninsuffizienz ist ihrer siebenjährigen Tochter Julia vor genau einem Jahr bescheinigt worden, erzählt Annika F. Eine schwere Zeit für die Familie begann, die auch finanzielle Schwierigkeiten mit sich brachte.

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Landkreis.  Dreimal wöchentlich ist die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern mit Julia zur Medizinischen Hochschule Hannover zur Dialyse gefahren. Doch diese schlug leider nicht ausreichend an. Auf Ratschlag der Ärzte entschied sich die 32-Jährige im vergangenen Frühjahr kurz entschlossen, ihrer Tochter eine Niere zu spenden. Denn das Kind auf eine Transplantationsliste zu setzen, hätte eine lange, medizinisch problematische Wartezeit zur Folge gehabt, nicht zuletzt auch mit der Auswirkung, dass die anstehende Einschulung in diesem Jahr nicht möglich gewesen wäre.

Für die Transplantation verbrachten die Beiden einige Wochen in der MHH. Um die fünf anderen Kinder kümmerten sich Angehörige und Pflegefamilien. Die Transplantation ging nicht ohne Komplikationen ab. Nach der OP erlitt Julia einen Schlaganfall. „Ich wusste nicht, ob ich sie noch einmal nach Hause bekomme“, erinnert sich Annika F. Sie fügt hinzu: „Manchmal dachte ich: Oh Gott, das schaffe ich nicht mehr.“ Doch Julia kam durch, lebt heute fit zu Hause in einer Stadt in Schaumburg und kann in die Schule gehen. „Wir sind glücklich und stolz, dass wir das so hingekriegt haben“, sagt Annika F. und streichelt die auf ihrem Schoß sitzende Julia.

Die Rückkehr nach Hause bedeutete für Annika F. freilich ein Wiedereintauchen in einen äußerst schwierigen Alltag. Die beiden Väter ihrer Kinder sind arbeitslos, können zum Unterhalt nichts beitragen. Insofern lebt die siebenköpfige Familie – die Kinder sind zwischen vier und 13 Jahre alt – von 1840 Euro Hartz IV im Monat. Davon gehen rund 400 Euro an fixen Nebenkosten ab.

Jeden Euro umdrehen

Annika F. muss jeden Euro umdrehen: „Immer muss ich mir überlegen, was ist das Wichtigste, und auf was müssen wir verzichten.“ Um Kleidung zu kaufen, geht die Mutter auf Flohmärkte und Basare: „Da komme ich sehr günstig an Klamotten.“ Für sich selbst ersteht sie nur das Allernotwendigste, die Kinder tragen die Sachen der jeweils Älteren auf. Bei Schuhen sieht sie zu, möglichst neue zu kaufen.
Auch beim Essen achtet Annika F. darauf, „möglichst günstig einzukaufen – ich muss genau überlegen, wo ich was wann kaufe“. Trotzdem bemüht sie sich, ihre Kinder auch ausreichend mit Gemüse und Obst zu versorgen. „Manchmal geht zum Monatsende das Geld aus“, bekennt die Alleinerziehende mit leiser Stimme: „Dann muss ich mir bei Bekannten was borgen.“

Für notwendige Anschaffungen ist überhaupt kein Geld übrig. Die Familie benötigt dringend einige neue Betten. Annika F. hat selbst keins, schläft auf der Couch im Wohnzimmer. Die vierjährigen Zwillinge nächtigen zusammen in einem Bett, „das ist oft schwierig“, erzählt Annika F. Auch ein neuer Herd muss her: „Mein jetziger ist kaputt, ich habe nur noch drei Platten.“ Die älteren Jungs benötigen aus schulischen Gründen eigentlich einen Computer, doch auch dafür fehlt das Geld.

„Spenden aus der Weihnachtshilfe können hier wirkungsvoll einer im Leben tapfer kämpfenden Mutter und ihren Kindern helfen“, sagt die Mitarbeiterin des betreuenden Wohlfahrtsverbandes. ssr

Die Konten der Weihnachtshilfe

Unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ werden Spenden für Bedürftige im Landkreis gesammelt. Wenn Sie helfen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf eines der Konten der „Aktion Weihnachtshilfe“ bei:

  •  Sparkasse Schaumburg, Kontonummer 470 004 466, (BLZ 255 514 80), IBAN DE17 2555 1480 0470 0044 66.
  •  Volksbank Hameln-Stadthagen, Kontonummer 24 700 600, (BLZ 254 621 60), IBAN DE92 2546 2160 0024 7006 00.
  •  Volksbank in Schaumburg, Kontonummer 7 306 663 000, (BLZ 255 914 13), IBAN DE97 2559 1413 7306 6630 00.
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