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Nach der Wahl Geschichte – oder recycelt

Landkreis / Nach der Bundestagswahl Nach der Wahl Geschichte – oder recycelt

Wochenlang haben sie die Schaumburger begleitet. Auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Stadt lächelten die Politiker einen von Wahlwerbeplakaten an. Slogans mit parteipolitischen Inhalten zum Wahlprogramm boten sich als Lektüre für unterwegs an. Nun hat Deutschland gewählt, die Plakate können abgehängt werden.

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Jan-Philipp Beck (links) und Michael Lenz vom SPD-Ortsverein Stadthagen schreiten zur Tat und nehmen die ersten Wahlplakate ab.

Quelle: tbh

Landkreis/Stadthagen. Bei der CDU sind nach Angaben von Heiko Tadge, Partei- und Fraktionschef, in Stadthagen gut 15 Prozent der Plakate bereits während des Wahlkampfes der Zerstörungswut einiger Menschen zum Opfer gefallen. Die restlichen der rund 200 in Stadthagen aufgehängten Plakate sollen Tadge zufolge bis Ende dieser Woche abgenommen und entsorgt werden.

 Die Junge Union wird dabei wieder tatkräftig mithelfen. Landkreisweit hatte die CDU rund 1000 Kandidatenplakate mit dem Konterfei von Maik Beermann platziert, wie Wahlkampfleiter Viktor Jahn erklärte. Und auch in Nienburg seien viele der rund 500 Wahlwerbeplakate abgerissen oder beschmiert worden.

 SPD-Plakate landen im Maisfeld

 Die ehrenamtlichen Helfer des SPD-Ortsvereins machen sich in etwa zeitgleich mit den Kollegen der CDU an die Arbeit, die mühevoll verteilten Plakate wieder abzunehmen. Vor Wochen hatten sie in der Kernstadt 50 und in den Stadthäger Ortsteilen jeweils 15 Plakate aufgehängt, auf denen ihr Kandidat Sebastian Edathy zu sehen ist. Die SPD hat zerstörte Aufsteller besonders im Bereich des Ostrings zu beklagen, sagt Stadtverbandsvorsitzender Jan-Philipp Beck. „Einige wurden abgeknipst und sind im Maisfeld gelandet.“ An einer Stelle mussten sie nachplakatieren, weil das Kandidatenbild verunstaltet wurde.

 Bis zum Ende der Woche wollen die Sozialdemokraten die letzten Überreste ihrer Wahlwerbung entfernt haben. Die Papierplakate wollen sie sachgemäß entsorgen. Die Holzaufsteller werden eingelagert – bis zur nächsten Wahl.

 Der ehemalige FDP-Bundestagskandidat Ralf Kirstan hat nach eigenen Angaben auch schon selbst mit dem Abnehmen der Plakate begonnen: „Wenn ich unterwegs war und an Plakaten vorbeigekommen bin, habe ich einige auch schon abgehängt.“ Im Umfeld seines Wohnortes Rinteln sind es rund 150 Doppelplakate, die entfernt werden müssen, sagt er. Bei der FDP in Schaumburg wird die Wahlwerbung sogar umweltfreundlich und kostensparend wiederverwendet.

 Grüne wollen Plakate analysieren

 Im Gegensatz zu der CDU hatte die FDP Kirstan zufolge nicht so sehr mit Vandalismus zu kämpfen: „Einige Plakate wurden abgerissen, aber ich denke nicht, dass es sich dabei um politisch motivierte Taten handelt. Die Plakate anderer Parteien waren, soweit ich das beurteilen kann, genauso betroffen.“

 Bei den Grünen werden die Mitglieder der Verbände im Landkreis mit Unterstützung der Grünen Jugend Schaumburg auch fleißig zur Tat schreiten und im Laufe der Woche die Wahlwerbung entfernen. Insgesamt 32 Plakate waren im Stadtgebiet angebracht worden. „Einige werden wir archivieren. Vielleicht können wir daraus lernen, ob wir etwas bei den Plakaten falsch gemacht haben“, scherzt Rolf Rösemeier-Tietjen, Ratsmitglied der Grünen in Stadthagen, im Hinblick auf das Wahlergebnis der Partei.

 Einige Plakate im Stadtgebiet haben die Wahl schon gar nicht mehr erlebt. Etwa 40 Aufsteller entfernte die Stadt bereits vorher, sie waren aus Sicht der Verwaltung falsch platziert. Spitzenreiter dabei war Die Linke. Nach Angaben von Iris Freimann vom Fachbereich Bürgerdienste hatte die Partei kurz vor der Wahl nachplakatiert. Das wiederum verstoße gegen die Auflagen für die Plakatierung.

 Aufsteller dürfen nämlich nicht behindern, Verkehrsschilder verdecken oder vom Straßenverkehr ablenken. Auch Anzahl und Plätze sind vorgegeben. Insbesondere in der Fußgängerzone sollte so der Wust von Plakaten in Grenzen gehalten werden.

 Laut Vereinbarung sind die Plakate „unverzüglich“ nach der Veranstaltung – in diesem Fall der Wahl – zu beseitigen. „Spätestens binnen einer Woche sollten alle abgehängt sein“, konkretisiert Freimann den Zeitraum. Probleme habe es mit der Einhaltung dieser Vorgabe bislang nicht gegeben. tbh/vin

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