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Nachfolger für Vehling gesucht

Kreispolitik Nachfolger für Vehling gesucht

In der Kreispolitik hat die Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen Kreistagsvorsitzenden Werner Vehling (SPD) begonnen. Der 75-jährige Hesper war erneut angetreten, aber überraschend nicht wieder in das Kreisparlament gewählt worden.

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Quelle: pr.

Landkreis. Im betreffenden Wahlbereich hatte der neue Bürgermeister von Seggebruch, Jörn Wittkugel, als SPD-Kreistagskandidat sehr viele Stimmen erhalten. Nach Einschätzung von Insidern ging das zu Lasten von Vehling. Letztlich profitiert hat Ilka Ostermeier, die noch mehr Stimmen erhielt als die Genannten, die beide nicht in den Kreistag einzogen. Vehling war mit eigenem Einverständnis nicht auf der Liste abgesichert worden, weil er und die Parteigliederungen fest mit seiner Direktwahl gerechnet hatten.

Vehling nimmt das Ergebnis gelassen

SPD-Fraktionschef Eckhard Ilsemann bedauert das Ausscheiden Vehlings. Dieser habe seine Arbeit im Kreistag immer sehr umsichtig und umfänglich wahrgenommen: „Er wird uns sehr fehlen.“ Vehling selber nimmt sein Ausscheiden gelassen: „Das ist Demokratie, damit muss man leben – ich hadere nicht damit.“ Er habe im Wahlbereich vor allem aus dem Auetal und aus Obernkirchen ungewohnt wenig Stimmen erhalten, sagte er. Vehling saß seit 1976 im Kreistag und führte dort seit 30 Jahren der Vorsitz. Von 1986 bis 1998 war er ehrenamtlicher Landrat.

Bei der Suche nach einem Nachfolger liegt das Heft des Handelns bei der SPD. „Im Grunde würde das Amt uns als größter Fraktion zufallen“, sagt Ilsemann und fügt hinzu: „Wir könnten sicher wieder einen guten Vorsitzenden stellen.“ Wer dafür in Frage käme, wollte der Fraktionschef noch nicht verraten. Nach SN-Informationen könnte es dieses Mal durchaus auf eine Frau hinauslaufen.

"Die Dinge werden komplexer"

Weil weit von der absoluten Mehrheit entfernt, ist die SPD bei der Wahl eines Kreistagsvorsitzenden allerdings auf die Unterstützung vor allem der CDU angewiesen. Deren Fraktionschef Gunter Feuerbach räumt ein, „dass die SPD als stärkste Fraktion das erste Vorschlagsrecht hat“. Er betont allerdings, „dass wir einen sehr starken Vorsitzenden finden müssen“. Grund dafür sei, dass künftig eine zusätzliche Fraktion – gemeint ist die AfD – im Kreistag sitze und „die Dinge komplexer werden“. Dem Kreistagsvorsitzenden obliegt die Sitzungsleitung. Präsentiere die SPD einen solchen starken Kandidaten oder Kandidatin, sei eine Mitwahl durch die CDU möglich, sicherte Feuerbach zu.

Weitere überraschende Nichtwahlen

Neben Vehling sind eine Reihe weiterer bisheriger Kreistagsabgeordneter zwar wieder angetreten, haben den Sprung in den Kreistag aber nicht erneut geschafft. Bei der SPD handelt es sich um die langjährige Bad Nenndorfer Bürgermeisterin Gudrun Olk und die Wendthäger Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller. Bei beiden gilt die Nichtwahl als sehr überraschend. Zurückzuführen ist das in diesen beiden Fällen darauf, dass die SPD durch die Prozentverluste vier Sitze weniger im Kreistag hat als bisher. Ebenso angetreten und nicht wiedergewählt wurden die bisherigen SPD-Abgeordneten Gerd Vogel (Bückeburg) und Wolfgang Kölling (Lauenau).

Aus den Reihen der CDU wurden die Altvorderen Heiko Bothe (Hagenburg) und Udo Schobeß (Rinteln) nicht erneut gewählt. Im Fall von Bothe ist nach Darstellung Feuerbachs ausschlaggebend gewesen, dass der Wölpinghäuser CDU-Kandidat Uwe Brinkmann, der am Ende freilich den Sprung in den Kreistag auch nicht geschafft hat, viele Stimmen zu Lasten von Bothe gezogen habe.

Bei den Grünen hat es den bisherigen Abgeordneten Christoph Ochs (Rinteln) erwischt. „Leider“, kommentiert der Grünen-Kreisvorsitzende Wilhelm Klusmeier: „Ochs war außerordentlich engagiert, wir wissen gar nicht wie seine Niederlage zustande gekommen ist.“ ssr

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