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Neue Faszination für alte Gemäuer

Tag des offenen Denkmals Neue Faszination für alte Gemäuer

Tausende Besucher haben den „Tag des offenen Denkmals“ für eine Tour durch die Seeprovinz genutzt. Ob Kirche, Bauernhaus, Herrensitz oder Industriedenkmal - an 29 Orten zwischen Sachsenhagen und Steinhude öffneten die Eigentümer Bauwerke und ermöglichten eine Spurensuche in der Vergangenheit.

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Am „Tag des offenen Denkmals“ zeigt die Seeprovinz ihre geballte historische Vielfalt und ermöglicht so manchen exklusiven Einblick hinter normalerweise verschlossene Türen und Tore. Die zahlreichen Besucher wissen die Gastfreundschaft der Eigentümer zu schätzen.

Quelle: tro

Landkreis. Einige der Denkmäler sind öffentlich in der Regel gar nicht zugänglich. So wie das „Haus Platz“ an der Oberen Straße in Sachsenhagen – immerhin hat sich Udo Schatz in dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus ein schönes Zuhause geschaffen. Allerdings mit einigem Aufwand. „Stark renovierungsbedürftiges Baudenkmal“, heißt es im Exposé von damals, „der tatkräftige und handwerklich geschickte Käufer findet bei diesem lukrativen Kaufpreis eine echte Perspektive.“ 1999 schlug Platz zu, 2012 zog er ein. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Haus schon 1678, 150 Jahre später brannte es ab und wurde neu errichtet. Platz‘ Fotoalbum zeigt: Als er das Haus übernahm, war die Lage kaum besser, nur die Fassade erhalten, der Rest unbrauchbar. „In meinem heutigen Alter würde ich mir die Arbeit nicht nochmal zumuten“, sagte er. „Damals hat sich das so ergeben für mich, darum habe ich die Chance genutzt.“

"Viel mehr Geld müsste in die Hand genommen werden"

Im Sachsenhäger Schloss sieht es derweil ein wenig anders aus, wie die Besucher des normalerweise ebenfalls nicht zugänglichen Turms feststellen konnten. Der Putz blättert von den Wänden, die Farbe von den Fensterrahmen, im alten Kamin brannte schon lange kein Feuer mehr. „Es müsste viel Geld in die Hand genommen werden, um alles wieder instand zu setzen“, sagte Theodor Beckmann, der Vorsitzende des Heimatvereins, welcher die erste Etage für eine Ausstellung nutzte. Derzeit sei das Schloss in Besitz der Stadt. „Man könnte hier zum Beispiel einen Standesamtsraum oder repräsentative Räumlichkeiten schaffen“, schlug er vor.

Zum Thema Hochzeit passte auch die St.-Katharinen-Kirche in Bergkirchen. Der weithin sichtbare Bau zählt zu den ältesten Landeskirchen Schaumburgs – ab dem zwölften Jahrhundert entstand der Sakralbau in mehreren Zeitabschnitten. „Auch im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich hier vieles verändert. In den Sechzigerjahren wurde zum Beispiel der gesamte Altarraum umgebaut“, berichtete Erna Schneider. Sie muss es wissen, ist sie in der Kirche doch 1949 getauft und später auch konfirmiert worden.

Einmalige Einblicke

Das spätsommerlich-schöne Wetter trug natürlich seinen Teil dazu bei, dass sich scharenweise Besucher mit dem Fahrrad anstatt ihres Autos auf den Weg in und durch die Seeprovinz machten. Letztlich machte es aber eigentlich keinen Unterschied, an welchem der Denkmäler sie sich aufhielten und welche Fortbewegungsmittel sie bevorzugten. Überall waren dieselben Stimmen zu hören: „Unglaublich gastfreundliche Gastgeber“, „faszinierende und einmalige Einblicke in Orte, von denen viele sonst nicht zugänglich sind“, „beeindruckende Bauwerke, die beim Vorbeifahren oft übersehen werden“ – die Seeprovinz hat demnach viel mehr zu bieten als wunderschöne Natur, sieht man sich einmal genauer um. tro

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