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Kreisbehindertenrat Neue Impulse

Seit über zehn Jahren macht sich Susanne Wilharm für die Interessen behinderter Menschen stark. Im Kreisbehindertenrat hat die Stadthägerin nun den Vorsitz von dem Rintelner Manfred Pollmann übernommen.

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Als neue Vorsitzende arbeitet Susanne Wilharm weiter an Barrierefreiheit und Inklusion in Schaumburg.

Quelle: geb

Landkreis. 1950 in Celle geboren, zog Wilharm im Alter von sieben Jahren das erste Mal in die Kreisstadt. Nach ihrem Studium der Ökotrophologie unterrichtete sie neben Hauswirtschaft, Biologie und EDV bis zu sieben weitere Fächer an den Berufsbildenden Schulen in Bückeburg und Rinteln. Als bei ihr 1995 die chronische Krankheit Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, musste sie am eigenen Leib erfahren, wie sich ein Leben mit körperlichen Einschränkungen anfühlt.

„Dennoch hatte ich das Glück, schnell in eine Medikamentenstudie zu kommen, mit der ich meine Symptome ganz gut in den Griff bekommen habe“, sagt die Mutter zweier Kinder und Enkelkinder, die die vergangenen 25 Jahre in Stadthagen lebte. Wegen der Beeinträchtigung ihrer Sehkraft und Konzentration musste sie dennoch im Alter von 60 Jahren ihren Beruf aufgeben. Im Namen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft steht sie anderen Erkrankten als Tutorin zur Seite.

An die vollkommene Inklusionsschule, wie sie in der neuen Integrierten Gesamtschule in Rinteln entstehen soll, glaubt die pensionierte Lehrerin noch nicht: „Leider haben wir keinen Einfluss auf die Intensivierung der Lehrerfortbildungen oder auf die Größe der Klassen.“

Barrierefreiheit als großes Ziel

Das große Ziel der Barrierefreiheit im ÖPNV, das nach der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen 2022 erreicht sein soll, möchte Wilharm in Schaumburg am liebsten schon zwei Jahre früher verwirklicht sehen. Auch auf eine bislang vernachlässigte Problemlage wird der Kreisbehindertenrat unter ihrer Ägide den Fokus richten: „Frauen mit Behinderungen werden fast doppelt so häufig Opfer körperlicher und psychischer Gewalt, wie nicht behinderte – sowohl im Erwachsenenalter als auch in ihrer Kindheit“, weiß die Vorsitzende.

90 Prozent aller behinderten Frauen erfahren nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums psychische Gewalt in ihrem Leben. Nicht selten stammen die Täter aus dem direkten Umfeld. „Viele Opfer erkennen die Fälle selbst nicht oder sind nicht bereit, darüber zu reden“, so Wilharm. Gemeinsam mit der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten Colette Thiemann, den Beratungsstellen BISS und BASTA und dem Awo-Frauenhaus versucht ihr Gremium, anonyme Berichte zu sammeln und Schutzkonzepte zu entwickeln. „Wenn wir die Gewalt schon nicht verhindern können, möchten wir immerhin ein Ansprechpartner für die Opfer sein.“ geb

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