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Aus dem Landkreis Nichts für Schüchterne
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Nichts für Schüchterne
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17:30 08.05.2014
Als „Bus-Scouts“ müssen Christopher Wannert und Julia Berger (Mitte) sich auch gegenüber großen Schülergruppen durchsetzen. Olaf Jantz (links) bildet die Schüler aus. Quelle: tbh
Stadthagen

Solche Situationen zu entschärfen, ist Aufgabe der „Bus-Scouts“. Insgesamt zwölf Schüler vom Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) und dem Ratsgymnasium Stadthagen (RGS) haben diese Woche ihre Ausbildung zum „Bus-Scout“ absolviert.

 Das ist keine leichte Aufgabe und nichts für Schüchterne. Die Schüler fungieren als Streitschlichter und versuchen Probleme friedlich zu lösen. Wenn Mitschüler den Gang versperren oder sich ein Streit anbahnt, sorgen die „Bus-Scouts“ für Ordnung, und zwar ohne Gewalt. Dazu gehört auch Selbstvertrauen, Schüchterne haben es schwer. Unter Umständen muss ein „Bus-Scout“ sich auch allein vor einer Gruppe Schüler behaupten. „Je größer die Gruppe ist, desto erschreckender ist es“, sagt Ben Ebel (14). „Einzelne lassen sich leichter überzeugen.“

 Worauf es bei der friedlichen Problemlösung ankommt, haben die Schüler beim Diplom-Pädagogen Olaf Jantz gelernt, der das zweitägige Training leitete. „Man muss sich vorher Argumente überlegen und sich durchsetzen“, erklärt Sarah Feike (14). Die 14-jährige Victoria Sölter findet es gut, dass die Scouts bei den Übungen auch gelernt haben, wie wichtig es ist, ruhig zu bleiben und laut und deutlich zu sprechen.

 Die Arbeit der „Bus-Scouts“ ist auch für die Busfahrer eine große Hilfe. „Ich finde es wichtig, dass mit der Unterstützung der Schüler Gefahrensituationen und Unfälle vermieden werden“, betonte Busfahrer Andreas Kunze. „Dort, wo Bus-Scouts eingesetzt werden, ist schon ein Unterschied bemerkbar.“

 Im Einsatz sind die Schüler im Prinzip während ihres gesamten Schulweges. „Wir fahren ja sowieso mit dem Bus, dann können wir auch helfen. Der Fahrer kann sich ja nicht um alles kümmern“, sagt Christopher Wannert (15).

 Großes Lob für das freiwillige Engagement der Schüler gab es seitens der Vertreter der Schulen, Christoph Hübener vom WBG sowie Rainer Neumann-Buchmeier vom RGS, wie auch von Bürgermeister Bernd Hellmann, dem Stadtjugendpfleger Ralf Cordes und Axel Bergmann, dem Präventionsbeauftragten der Stadthäger Polizei.

 Die Scouts, hieß es, leisten nicht nur einen Beitrag zu mehr Sicherheit, sie haben auch Vorbildfunktion und gehen mit gutem Beispiel voran. Es bleibe zu wünschen, dass mehr Schüler dem Beispiel folgen.

Freiwilliges „Zivilcourage-Training“

Bei einem zweitägigen „Zivilcourage-Training“ lernen angehende „Bus-Scouts“, mit Konfliktsituationen umzugehen und sich zu behaupten. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig und wird für Schüler ab der neunten Klasse angeboten. Die Ausbildung von „Bus-Scouts“ ist Teil des Projektes „Stadthagen braucht Zivilcourage“, mit der an die im Jahr 2011 geschlossene Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt, der Polizei Stadthagen, den Schulen, dem Landkreis und der Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) angeknüpft werden soll.