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Nur im Notfall

Landkreis Nur im Notfall

Informationen zu Vorerkrankungen und Medikamenten können überlebenswichtig sein. Ärzte und Sanitäter sollten dieses Wissen über einen Patienten schnell zur Hand haben.

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Auf der Notfallkarte vermerkt ein Inhaber, welche Medikamente er einnimmt.

Quelle: jcp

Landkreis. Die von diversen Schaumburger Senioren- undBehindertenbeiräten entwickelte Notfallkarte hilft – allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass die Besitzer äußerst sensible Daten mit sich herumtragen.

 Auf dem Faltblatt sind nicht nur persönliche Angaben wie Name, Anschrift und behandelnder Arzt vermerkt. Auch Informationen zum Beispiel zu Vorerkrankungen wie einer HIV-Infektion führen die Notfallkartenbesitzer mit sich. Das ist ein Risiko, sagt der ärztliche Leiter des Kreiskrankenhauses, Lutz Dammenhayn. Er kritisiert: „Das ist eine Frage der Schweigepflicht. Es ist kritisch, wenn die Karte in falsche Hände fällt.“

 Überdies gelte es zu verhindern, dass ein „Flickenteppich“ aus Info-Karten entstehe. Die Angaben auf der Notfallkarte seien zwar grundsätzlich hilfreich. Unter Umständen müssten Patienten aber auch noch Herzschrittmacher-Pässe oder eine Karte aufgrund einer künstlichen Herzklappe bei sich führen. Dammenhayn mahnt eine standardisierte Form an, die mit Unterstützung eines Arztes entwickelt werden sollte.

 „Die Angaben sind nicht in Stein gemeißelt“, betont der Vorsitzende des Stadthäger Behindertenbeirates, Matthias Gläser. Eine Weiterentwicklung in Zusammenarbeit mit Ärzten sei durchaus vorstellbar.

 Gläser war an der Konzeption der Notfallkarten für Stadthagen beteiligt. „Reichlich Absatz“ hätten sie gefunden, sagt er. Vor allem für Menschen, die sich im Ernstfall nicht mitteilen können, weil sie zum Beispiel ohnmächtig sind oder einen epileptischen Anfall erleiden, dürften sich die Karten als hilfreich, im Zweifelsfall lebensrettend erweisen. „Die Ärzte müssen wissen, wer der Patient ist, welche Medikamente er einnimmt und ob beispielsweise Unverträglichkeiten vorliegen“, erklärt Gläser.

 Das bestätigt auch Arzt Dammenhayn: „Je mehr Informationen die Ärzte über einen Patienten bekommen, desto zielgerichteter können sie Diagnosen erstellen und behandeln.“ Das zu gewährleisten, sei auch der Grundgedanke der elektronischen Gesundheitskarte, die jedoch immer noch nicht ausgereift sei. Eine der Schaumburger Notfallkarten sei ihm bislang noch nicht vorgelegt worden.

 Bei der Notfallrettung kommt das Heftchen nach Angaben von Hans-Joachim Werhahn, Geschäftsführer des Schaumburger DRK-Rettungsdienstes und Krankentransports, eigentlich nicht zum Tragen. Dazu sei im Ernstfall, also wenn es wirklich schnell gehen muss, keine Zeit.

 Die Notfallkarte wurde unter anderem von den Senioren- und Behindertenbeiräten in Stadthagen, in der Samtgemeinde Nienstädt, in Wiedensahl und in Rinteln entwickelt und verteilt. tbh

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