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Nur wenige unbesetzte Lehrstellen

Positiver Trend in Schaumburg Nur wenige unbesetzte Lehrstellen

Anfang August hat für Tausende Heranwachsende der Ernst des Lebens begonnen: ihr Start in das Berufsleben als Auszubildender. Auch in zahlreichen Schaumburger Betrieben wurden die neuen Kollegen eingeführt, in einigen Branchen allerdings weniger als gehofft.

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LANDKREIS. Denn dort sind die Bewerberzahlen deutlich zurückgegangen, sodass in vielen Unternehmen die Lehrstellen unbesetzt geblieben sind, wie Christina Rasokat von der Arbeitsagentur Hameln bestätigt. Allerdings stellt sich die Situation im Kreis deutlich positiver dar als im Bundestrend.

„Weniger nachgefragte Bereiche sind das Handwerk oder die Hotel- und Gaststätten-Branche“, erklärt Pressesprecherin Rasokat. Das liege zum einen an den Rahmenbedingen, wie beispielsweise der Arbeit an Wochenenden. Deswegen seien die meisten der noch für dieses Jahr zu besetzenden Ausbildungsstellen fast alle im Hotel- und Gaststätten-Bereich angesiedelt, „da sich dort viele Bewerber in den ersten Wochen umentschieden haben und die Ausbildung abbrechen, weil es nicht ihren Vorstellungen entspricht“. „Aber auch der ländliche Raum spielt hier ein Rolle.“ So gebe es durchaus Jugendliche, die im Hotelbereich arbeiten möchten, aber den Ausbildungsbetrieb zu den erforderlichen Zeiten ohne Auto nicht erreichen können.

Ausgangslage hat sich verbessert

Im Landkreis Schaumburg wurden der Agentur seit Oktober vergangenen Jahres 937 Ausbildungsplätze gemeldet, 1337 junge Menschen suchten parallel über die Berufsberatung eine Ausbildungsstelle. Ende August waren 164 Stellen noch unbesetzt und 213 Bewerber hatten noch keine passende Lehrstelle gefunden. Rasokats Fazit: „Die Ausgangslage für junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle hat sich gegenüber den vergangenen Jahren deutlich verbessert.“ Allerdings gebe es Differenzen zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Voraussetzungen, welche die Jugendlichen mitbringen. Und natürlich klaffen die Berufe der angebotenen Stellen und die Berufswünsche der Jugendlichen auseinander.

Überhaupt sei die Bereitschaft gesunken, eine Ausbildung zu beginnen. „Aus Sicht der Jugendlichen – vielleicht auch deren Eltern – scheint Schule viel attraktiver“, so Rasokat.

Diesem Trend entgegenwirken möchte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. „Mit unserer Ausbildungsoffensive gehen wir mit Azubis aus Schaumburger Betrieben in die Schulen“, erklärt Manfred Wrede von der Stadthäger Geschäftsstelle. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es sinnvoll sei, wenn die Azubis direkt mit den Schülern in Kontakt treten würden. Auch beim Arbeitgeberabend jüngst in Lindhost seien die geschulten Azubis vor Ort gewesen. „Ich finde es wichtig, dass die jungen Leute ihre Optionen kennen, was zum Beispiel die Möglichkeit eines dualen Studiums betrifft.“

Rückgang von 10 Prozent

Nach Zahlen der IHK hat es bis Ende September 438 Verträge zwischen Firmen und Auszubildenden gegeben – ein Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während die Zahlen im industriell-gewerblichen Bereich mit 147 gleich geblieben seien, gebe es im kaufmännischen Bereich weniger Neueinstellungen. So seien etwa Banken und Versicherungen „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation zurückhaltender geworden“ bei Einstellungen.

Auch die Kreishandwerkerschaft Schaumburg geht offensiv an die Jugendlichen zu, um Werbung für das Handwerk zu machen – und das mit Erfolg, wie Geschäftsführer Fritz Pape erklärt. So gebe es im Vergleich zu 2015 ein Plus von 18 Prozent bei den unterschriebenen Ausbildungsverträgen (von 196 auf 230). Er wolle das Problem nicht kleinreden, natürlich habe das Handwerk Schwierigkeiten, aber im Kreis Schaumburg seien die eben nicht so gravierend wie in den Ballungszentren, etwa der Region Hannover. Ein Grund für die gute Entwicklung aktuell sei sicherlich auch die die gute konjunkturelle Situation, die dem Handwerk volle Auftragsbücher beschert. col

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