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Özkan lobt das Familienzentrum, hält sich beim Geld aber bedeckt

Landkreis/Stadthagen / Ministerbesuch Özkan lobt das Familienzentrum, hält sich beim Geld aber bedeckt

Der Landkreis soll es richten. Das ist die entscheidende Botschaft der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) während ihrer Visite im Familienzentrum Stadthagen gewesen.

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Ina Coletti (links) vom Familienzentrum gewährt Sozialministerin Aygül Özkan Einblick in die Angebotsstruktur der Einrichtung. © rg

Landkreis/Stadthagen (ssr). Es geht um eine durch die drastische Kürzung von Landesmitteln entstehende Finanzierungslücke. Seit 2008 hatte das Sozialministerium das Familienzentrum aus dem Programm „Familie in Zukunft“ mit 68.000 Euro jährlich gefördert. Der auf vier Jahre befristete Etatposten läuft Ende Oktober aber aus.

Das Nachfolgeprogramm „Richtlinie Familienförderung“ sieht für das hiesige Familienzentrum dann nur noch 4000 Euro an Zuschuss pro Jahr vor. Die jährlichen Kosten der Einrichtung belaufen sich auf 168.000 Euro, wovon die Stadt 100.000 Euro aufbringt. Die Lücke beträgt also 64.000 Euro.

Was dadurch in der Substanz gefährdet sei, beschrieb Helga Freude, die Koordinatorin des Familienzentrums. Sie erläuterte eindringlich das aus Sicht der Träger trendsetzende und zukunftsweisende Konzept der Einrichtung. Sie werde nämlich von Stadt, Arbeiterwohlfahrt, Kinderschutzbund und Kinderbetreuungsagentur des Landkreises gemeinsam betrieben. Diese Kooperation erlaube eine extrem „niedrigschwellige Angebotstruktur“.

Dadurch würden Familien an Beratungs- und Hilfsangebote herangeführt, die diese andernfalls nur zögerlich oder gar nicht aufsuchen würden. „Das ist beste präventive und integrative Sozialarbeit, die spätere ,Reparaturkosten‘ vermeiden hilft“, fügte Bürgermeister Bernd Hellmann an. Drei Mütter schilderten der Ministerin in ganz konkreten Beispielen, welche für ihren Familien- und Erziehungsalltag wichtige Impulse sie durch die Einrichtung erhielten.

Özkan griff das auf und lobte die Arbeit der hiesigen Einrichtung als „hervorragend“. Der Ansatz der Vernetzung entspreche genau der Linie des Ministeriums. Landesweit folge das ein oder andere Familienzentrum diesem Trend.
Das ändere aber nichts daran, so die Sozialministerin weiter, dass das auslaufende Förderprogramm „eine von vorne herein auf vier Jahre befristete Anschubfinanzierung“ gewesen sei.

Denn: „Familienförderung ist vom Gesetz her eigentlich eine originäre Aufgabe der Kommunen.“

Daher werde das Land künftig 45.000 Euro pro Jahr für Familienförderung an den Landkreis überweisen. Der könne dann „in eigener Hoheit“ kreisweit entscheiden, an welche Familien-Projekte er „schwerpunktmäßig“ das Geld weiterleite. Da müssten die Stadthäger dann für ihr Projekt werben. „Ich kann nur sagen: Start frei“, formulierte Özkan fröhlich.

Diese Stimmungslage teilte Kreissozialdezernent Klaus Heimann nicht. Bis dato habe der Kreis für entsprechende Zwecke 225.000 Euro per anno vom Land bekommen: „Das ist doch kein Verhältnis.“ Wie Hellmann appellierte auch Heimann für eine bessere Ausstattung des Topfes.
Als Özkan auf eine milliardenschwere Summe verwies, die der Bund für Sozialzwecke zusätzlich zur Verfügung stelle, hegten Heimann und Hellmann Zweifel, ob das Land das Geld an die Kommunen durchleite.

„Das habe ich von der Niedersächsischen Staatskanzlei schriftlich“, rief Gunter Feuerbach, CDU-Fraktionschef in Rat und Kreistag, in den Raum.

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