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Ohne Kinder wird das nichts

50 Jahre Kreisjugendfeuerwehr Ohne Kinder wird das nichts

Als Festredner Jörg Farr im Brückentorsaal voller Feuerwehrleute gefragt hat, wer von den Anwesenden über die Jugendfeuerwehr zum aktiven Dienst gekommen sei, flogen viele Arme in die Höhe. Achtzig Prozent schätzte der Landrat, und er lag damit nur knapp neben der offiziellen Zahl.

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Die Kinderfeuerwehr aus Krankenhagen zeigt beim Festakt im Rintelner Brückentorsaal, dass sich der Nachwuchs schon ganz gut mit Erster Hilfe und Notrufen auskennt.

Quelle: cm

Rinteln/Landkreis. Neunzig Prozent aller Feuerwehrleute im Landkreis sind über die Jugendabteilungen zur aktiven Feuerwehr gekommen, erklärte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote. Die Jugendfeuerwehr sei damit Garant für das Weiterbestehen der Freiwilligen Feuerwehren und somit nicht mehr wegzudenken.

 Die Jugendfeuerwehr als Zusammenschluss auf Kreisebene besteht nunmehr seit fünfzig Jahren. Dieses Jubiläum Geburtstag wurde am Samstag gebührend gefeiert. Kleiner als der Brückentorsaal hätte der Festraum dabei auch nicht sein dürfen. Viele Feuerwehrleute aus allen Generationen waren gekommen, dazu viele Gäste aus dem politischen Leben. Sie alle erwartete ein buntes Programm.

 Von Politikerseite wurden Respekt und Anerkennung geäußert und versichert, man werde die Belange der Feuerwehren weiter unterstützen. Als große Aufgabe für die Zukunft nannten Jörg Farr und Karl Lange, stellvertretender Bürgermeister von Rinteln, das Thema der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Beide gaben der Hoffnung Ausdruck, hier in den Jugendfeuerwehren besonders geeignete Unterstützung zu finden. Es blieb nicht nur bei netten Worten und einem warmen Händedruck; sowohl Farr wie auch alle anwesenden Bürgermeister der Städte und Samtgemeinden Schaumburgs hatten einen Umschlag mit einer Spende im Gepäck.

Silke Weibels und Frank Prietzel von der Kreisjugendfeuerwehr nehmen die Geburtstagstorte in Empfang.

 Auch vom Jugendforum gab es ein Geschenk: einen Geburtstagskuchen. „Eigentlich sollte das spektakulärer aussehen, mit Wunderkerzen drauf“, entschuldigten sich die Kreisjugendsprecherinnen Anna Butte und Luisa Thalmann bei der Übergabe. „Aber so viele Wunderkerzen, da hätte die Rauchmeldealarmanlage nicht mitgespielt. Dann hätten wir hier gleich einen Einsatz ausgelöst.“ Und die eigens angereisten polnischen Gäste von der Partnerfeuerwehr Gdów hatten auch Gaben dabei: Ein großer Feuerwehrplüschhund, ein Holzemblem und eine geheimnisvolle Kiste wurden überreicht.

 Vonseiten der Landesjugendfeuerwehr stellte Anke Fahrenholz die Besonderheiten des Kreises Schaumburg heraus. Betont wurde die Vorreiterrolle der Schaumburger im Bereich der Kinderfeuerwehr. Auch Schaumburgs Händchen für Großereignisse, wie die Organisation des deutschen Jugendfeuerwehrtags 2013, wurde lobend erwähnt. Der sei perfekt organisiert gewesen, so Fahrenholz, und habe deutschlandweit für viel Anerkennung gesorgt.

 Zwischendurch zeigte die Kinderfeuerwehr aus Krankenhagen, dass sie sich nicht nur mit Erster Hilfe und Notrufabsetzen beschäftigt, sondern auch einen fetzigen Feuerwehrtanz eingeübt hatte.

 Und als echtes Schmankerl gab es dann auch noch Feuerwehr-Comedy von Nicole Wehner, die die Themen, die ein Feuerwehrherz so beschäftigen, herrlich durch den Kakao zog. Angefangen bei den Nachwuchssorgen – sie komme allein, weil die beiden anderen Feuerwehrmänner ihres Dorfes keine Zeit hätten –, aufgehört beim Logo der Kreisjugendfeuerwehr: „Max und Moritz! Was haben die sich dabei gedacht? Das ist doch ADHS in Reinform. Die würde doch keine Jugendfeuerwehr nehmen wollen“.

 Neben Fröhlichkeit und Dankbarkeit hatten auch traurige Gefühle ihren Raum bei dieser Festveranstaltung. Klaus-Peter Grote erinnerte sichtlich gerührt an den 2011 verstorbenen Kreisjugendwart Frank Lohmann. Um Lohmanns Gedenken zu erhalten, wurde jetzt ein Lohmann-Preis ausgeschrieben. Damit sollen Ideen und Projekte der Kinder- und Jugendfeuerwehren ausgezeichnet werden, die besonders Teamgeist und Zusammengehörigkeit der Gruppen stärken.

 Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft bei den Feuerwehrleuten waren selbst im Brückentorsaal zu spüren. Da saßen Menschen, die sich alle aktiv, ehrenamtlich und auf einer Stufe für eine Sache einsetzen. Besonders gut zu spüren ist der Gemeinschaftsgeist der Feuerwehr anscheinend bei den Zeltlagern. Die Erinnerung an den Spaß und die Aufregung des Lagerlebens brachte die Augen von Alt und Jung zum Leuchten. Auch Nicole Wehner fand lobende Worte für diese Veranstaltungen: „Dort werden die Kinder doch aufs Leben vorbereitet. Sie lernen, im Schlamm zu zelten, zu unmöglichen Zeiten mit unmöglicher Musik berieselt zu werden und den ganzen Tag mit fremden Menschen zu quatschen. Dann haben sie mit 18 doch gar keine Probleme – in Wacken.“

 Mit dem Lied „Ein Hoch auf uns“ und dazu unzähligen Porträts von jungen Feuerwehrleuten, die auf die Leinwand gebeamt wurden, begann und endete die Feier. Und es passte gut, dieses Lied. Die Jugendfeuerwehren können ganz sicher stolz auf ihre Arbeit sein. cm

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