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Ohne Scheuklappen unterwegs

40 Jahre - 40 Köpfe: Pastor Josef Kalkusch Ohne Scheuklappen unterwegs

Erklärer von Land und Leuten, das waren für den früheren Pastor Josef Kalkusch die Schaumburger Nachrichten, als er 1982 aus Westfalen nach Schaumburg wechselte. „Die Zeitung vermittelte mir schnell Zusammenhänge“, erinnert sich der heute 66-jährige an seine Anfangszeit als Vikar in der Kirchengemeinde Bergkirchen.

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Der gebürtige Iserlohner Josef Kalkusch bereut es nicht, dass er sich beruflich in Schaumburg orientiert hat.

Quelle: jpw

Landkreis (jpw). Der Wechsel vom Rand des Ruhrgebietes in eine Gegend, die er voller Erschrecken als Provinz wahrnahm, fiel ihm zunächst nicht leicht: „Ich bin in den ersten Jahren häufig zu Freunden nach Dortmund und Schwerte gefahren“, berichtet Kalkusch. Doch langsam lebte er sich ein: Von dem „durchaus chaotischen“ Pastor Hans Redenius lernte der gebürtige Iserlohner, „schnell etwas auf die Beine zu stellen“. Eine Fähigkeit, die er nach seinem Wechsel nach Sachsenhagen im Jahr 1985 benötigte.
Kalkusch begleitete als schaumburg-lippischer Pastor die fünfjährige Phase der Kirchengemeinde Sachsenhagen beim Übergang von der hannoverschen in die schaumburg-lippische Landeskirche, die offiziell Verlobungszeit genannt wird, wie er sagt. Der Pastor entwickelte innerhalb seiner Gemeinde viele Ideen, engagierte sich in der Landeskirche, gehörte dem Landeskirchenrat an: „Hier habe ich Volkskirche positiv erlebt.“
Von Sachsenhagen und Auhagen aus verfolgt er die Schaumburger Nachrichten als Leser und ist der Meinung, dass die Berichterstattung über die Kirchen „herausragend“ sei. Diese würdige den „wichtigen Platz der Landeskirche im gesellschaftlichen Kontext“.
Kalkusch nimmt von Beginn an die Heimatzeitung als Transportmedium für seine Ideen wahr und als Verbreiter seiner Aktionen. Schon bald gilt er als einer der ersten Seelsorger, die ein Marketing-Seminar besuchen, um die Gemeinde angemessen darzustellen.
Spätestens mit „Pastors Garten“, dem kirchlichen Biergarten, der auch als offizielles Außenprojekt der Expo 2000 läuft, ist Funk und Fernsehen unter der großen Eiche am Gemeindehaus ständig präsent.
Kalkusch gibt, ohne seine Gemeindearbeit zu vernachlässigen, den Medien gerne Futter, ersinnt die „Vatercard“ und nimmt immer wieder öffentlichkeitswirksam zu kirchlichen Fragen Stellung. So engagiert er sich zum Beispiel gegen allzu viel Halloween am Reformationstag oder lässt Schokoladenweihnachtsmänner in Nikoläuse umbauen.
Das Engagement und seine Erfahrung führen ihn fast zwangsläufig auf die neu geschaffene Position des Pressesprechers der Landeskirche. „Gerade durch die intensiven Kontakte mit den Schaumburger Nachrichten habe ich handwerklich noch einmal viel gelernt“, sagt er rückblickend.
„Einen Ausgleich zur Arbeit habe ich mir nie gesucht“, bekennt er auf Nachfrage. Kalkusch betrachtet seinen Beruf als „ganzheitlich“ und nennt Hobbies für ihn "nicht notwendig".
Obwohl er mit der CDU eine parteipolitische Heimat besitzt, hat sich Kalkusch immer ohne Scheuklappen in das politische Leben in der Stadt eingebracht. Zeitweise saß er dem „Arbeitskreis Innenstadt“ vor und brachte das „Stadtblatt“ heraus.
Dass er Sachsenhagen beruflich nicht mehr verlassen hat, bereute er nicht. Zweimal, bekennt Kalkusch wäre es beinahe so weit gewesen. Kurz nach der Wende liebäugelte er mit einer Bewerbung für eine Superintendentur in der Nähe der Ostsee und etwas später wäre er fast nach Kaufbeuren gewechselt. Dort sitzt die Schaustellerseelsorge - das hätte den Pastor mit der absolut bodenständigen Karriere dann doch gereizt, Menschen in einem mobilen Umfeld zu begleiten.

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