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Opferhilfe begrüßt Gesetzes-Entwurf

Strafbarkeit sexueller Misshandlungen Opferhilfe begrüßt Gesetzes-Entwurf

Die Grünen-Fraktion im Bundestag will durch einen Gesetzesentwurf die Strafbarkeit sexueller Misshandlungen verbessern. Dagmar Behrens, die das Büro der Niedersächsischen Opferhilfe in Bückeburg leitet, begrüßt den Vorstoß.

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Die Gesetzeslage soll sich zugunsten der Opfer ändern.

Quelle: dpa

Landkreis. Der Mann will Sex, die Frau nicht – damit sollte die Sache eigentlich erledigt sein. Doch immer wieder gibt es Fälle, in denen der Mann das „Nein“ der Partnerin nicht akzeptiert. Eine Verurteilung mussten die Täter nach bisheriger Rechtssprechung oft nicht befürchten, berichtet Behrens, die als psychosoziale Prozessbegleiterin vielen Frauen bei Gerichtsverhandlungen zur Seite stand.

Der Gesetzesentwurf der Grünen sieht vor, dass nicht mehr der Einsatz von Gewalt oder die Drohung mit Lebensgefahr erforderlich sein müssen, um den Tatbestand der Vergewaltigung zu erfüllen. Ein klar geäußertes „Nein“ des Opfers soll reichen.

„Ich hatte schon mit vielen Fällen zu tun, in denen der Richter Frauen, die Opfer einer sexuellen Misshandlung geworfen sind, gefragt hat: ,Warum haben Sie sich nicht entschiedener gewehrt?‘“, berichtet Behrens. „Im Zweifel wird zugunsten des Mannes entschieden. Er könnte ja das ,Nein‘ der Frau falsch verstanden haben.“

Opfer lassen es über sich ergehen, um Kinder nicht zu verängstigen

Im Prozess spielt es nach Erfahrung von Behrens zudem keine Rolle, ob die Frau bereits durch frühere Gewalterfahrung durch den Mann eingeschüchtert sei. Dabei würden die meisten sexuellen Misshandlungen innerhalb einer Beziehung oder der Familie verübt. „Diese Frauen wissen, was ihnen blüht, wenn sie sich wehren. Mehr als ein ,Nein‘ bringen sie dann häufig nicht hervor“, berichtet die Leiterin der Opferhilfe Bückeburg. Hinzu komme, dass manche Frauen besorgt sind, ihre Kinder zu verängstigen. „Sie schreien nicht und wehren sich nicht mit Händen und Füßen, weil sie die nebenan schlafenden Kinder nicht wecken wollen.“

„Nein heißt Nein“, lautet der Titel eines Diskussionsabends am Montag, 7. März, ab 19 Uhr im Landgericht Bückeburg, Herminenstraße 30/31, Saal 4117. Katja Keul, rechtspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, diskutiert mit Dagmar Behrens, Ingetraud Wehking (Mädchen- und Frauenberatungszentrum BASTA) und Staatsanwalt André Lüth über den Gesetzesentwurf für einen verbesserten Schutz vor sexueller Misshandlung. ber

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