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Pflicht existiert, Kontrollen aber nicht

Rauchmelder Pflicht existiert, Kontrollen aber nicht

Wie viele Feuerwehreinsätze es 2016 gegeben hat, die durch piepende Rauchmelder ausgelöst worden sind, vermag Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote nicht zu sagen. „Es sind einige“, so Grote. Im Januar 2016 ist nämlich die Rauchmelder-Pflicht für Bestandswohnungen eingetreten. Nur: Kontrollen gibt es nicht.

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Landkreis. Dass Rauchmelder Leben retten könne, müsse gar nicht diskutiert werden, so Grote. Die Geräte lösen schon bei leichter Rauchentwicklung Alarm aus und warnen die Bewohner so vor der Gefahr. Gerade in der Adventszeit lauerten viele solcher in der Wohnung, und sei es nur die Kerze im Adventsgesteck. Ein kurzes Nickerchen auf dem Sofa könne schon zu dramatischen Folgen führen, weiß Uwe Blume, Brandabschnittsleiter Nord. Besonders schlafende Personen laufen Gefahr, einen Brand nicht schnell genug zu bemerken. Denn der Geruchssinn ist in diesem Zustand nur sehr eingeschränkt aktiv. „Nur drei oder vier tiefe Atemzüge genügen und der Körper fällt in eine tiefe Bewusstlosigkeit“, warnt Blume.
Deswegen sei es absolut richtig, dass Nachbarn, die auf ein solches Piepen aus einer Wohnung aufmerksam werden und keine Reaktion auf ihr Klingeln erhalten, die Feuerwehr alarmierten. Eine Rechnung wird für den Einsatz – auch wenn es sich um einen Fehlalarm handeln sollte – nicht in Rechnung gestellt. Anders sieht das bei Brandmeldeanlagen in Firmen aus. Dort sehen die meisten Gebührensatzungen von Kommunen und Gemeinden eine Erstattung der Kosten vor. In Stadthagen heißt es dazu etwa: „Leistungen aufgrund von Fehlalarmen durch automatische Brandmelder, denen zumindest grobe Fahrlässigkeit zugrunde liegt.“
Ganz umsonst kommt der Eigentümer beziehungsweise Mieter allerdings nicht davon: Denn auf den Kosten für die Türöffnung bei „Gefahr im Verzug“ bleibt er sitzen, keine Versicherung springt hier ein. Auch wenn sich die Feuerwehrkameraden bemühten, so Blume, beim Eindringen in die Wohnung, so wenig Schaden wie möglich anzurichten.
Die Pflicht zur Installation der Geräte ist klar geregelt: In Niedersachsen muss sich der Hauseigentümer darum kümmern. Was ist aber mit der Wartung der Rauchmelder? Schließlich sollte regelmäßig geprüft werden, ob sie auch tadellos funktionieren. Dafür ist der Mieter selbst verantwortlich. Und hier liegt die Krux.
Denn derzeit gibt es keine rechtlich verbindliche Gesetzesgrundlage, wer wie genau die jährliche Prüfung – meist nur ein Knopfdruck – protokollieren soll. Wenn eine Fachfirma dies übernimmt, gelten Prüfbericht oder Rechnung als rechtssichere Dokumentation. Mieter, die es selbst übernehmen, sollten die Ergebnisse in ein Wartungsheft eintragen und bei Inspektionsterminen vorlegen können. Vermieter, die sich nicht an die Einbaupflicht halten, können mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro belangt werden.
Noch keine Gerichtsurteile liegen in Fällen vor, in denen sich eine Versicherung weigerte, im Brandfall zu zahlen, weil keine Rauchmelder installiert waren. Demnach gilt die allgemeine Auffassung, dass diese ausschließlich dem „Menschenschutz“ dienen, indem sie schlafende Personen wecken, damit diese die Wohnung verlassen können. Für den „Sachenschutz“ seien sie ungeeignet und nicht gefordert.

Tipps zur fachgerechten Installation

Rauchmelder sollten immer an der Decke angebracht werden.

-> Mittig an der Decke oder in mindestens 50 Zentimeter Entfernung von der Wand ist der ideale Platz.
-> Auch bei Dachschrägen sollte der Rauchmelder eine waagerechte Position haben.

-> Er sollte sich nicht in der Nähe starker Zugluft befinden und nicht in Räumen angebracht werden, in denen starker Dampf oder Staub entsteht. In Küche und Badezimmer lösen Rauchmelder schnell Fehlalarm aus, weil sie Dampf und Staubpartikel nicht von Rauchpartikeln unterscheiden können.

-> Rauchmelder sollten in jedem Raum, der als Fluchtweg dient, angebracht werden sowie in Schlaf- und Kinderzimmern.

-> Es wird unterschieden zwischen Rauchmeldern mit fest integrierten Batterien, die in der Regel garantiert zehn Jahre halten, und solchen, deren Batterien etwa jährlich gewechselt werden müssen. Bei Letzteren fallen die Anschaffungskosten aber auch geringer aus. In beiden Fällen sollten Käufer auf Prüfsiegel achten.

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