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Podiumsdiskussion: Dominik Höch über den Werteverfall im Netz

Verbote bringen nichts Podiumsdiskussion: Dominik Höch über den Werteverfall im Netz

Dominik Höch ist Fachanwalt für Medienrecht und Co-Autor des Buches „Privat war gestern – Wie Medien und Internet unsere Werte zerstören“. Der Jurist aus Berlin ist einer von fünf Experten, die bei der Podiumsdiskussion der SN über das Thema „Facebook und Co.: Wie gefährlich ist das Internet“ debattieren. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Dominik Höch

Quelle: pr.

Landkreis. Drei Fragen an Dominik Höch:

Herr Höch, in Ihrem Buch beklagen Sie einen dramatischen Werteverfall durch soziale Netzwerke wie Facebook. Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Wir sehen heute eine massive Ausstellung der eigenen Privatheit: Eltern stellen Fotos ihrer Kinder für jedermann sichtbar ins Netz, Bilder von peinlichen Situationen wie Saufgelagen werden zigfach geteilt und „geliket“, ein Facebook-Kontakt von mir hat Hunderten „Freunden“ gegenüber auf Facebook seine schwere Krebs-Erkrankung nebst konkreter Diagnose öffentlich gemacht. Das sind fragwürdige Entwicklungen: Der Wert der Privatsphäre verliert offenbar an Bedeutung, zum Teil aus Unkenntnis über technische Sicherungsmaßnahmen, zum Teil wegen eines fahrlässigen Umgangs mit den eigenen Daten.

Der neue Trend bei Kindern und Jugendlichen heißt YouNow. Auf der Plattform können Nutzer ihre Videos live im Netz zeigen. Was halten Sie davon?
Alles, was technisch möglich ist, wird erst mal ausprobiert. Und so eine Plattform kann ja auch Spaß machen und sinnvoll sein. Gleichwohl gilt hier natürlich noch mehr als bei Facebook: Wer sein Leben quasi live überträgt, hat noch weniger Kontrolle über seine Daten. Bevor ich bei Facebook „Posten“ klicke und ein Foto hochlade, habe ich Zeit, mir die Folgen zu überlegen. Bei einer Live-Übertragung fällt dieser Moment des Nachdenkens naturgemäß weg.

Wie können Eltern Einfluss auf das Surfverhalten ihrer Kinder nehmen? Bringen Verbote etwas?
Verbote sind häufig eher kontraproduktiv, weil sie das Verbotene für den Nachwuchs noch interessanter machen. Der Schlüssel zum mündigen Verhalten im Netz sind Kommunikation und Aufklärung. Interesse daran zu zeigen und darüber zu reden, wo sich die Kinder im Netz bewegen und was sie dort erleben, gibt den Kindern das Gefühl, ernst genommen zu werden. Und dann kann man – gegebenenfalls sogar zusammen – Regeln entwickeln, was beim Surfen okay ist und wo Gefahren liegen. kcg

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