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Aus dem Landkreis Politikreporter haben es „nicht gerade einfach“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Politikreporter haben es „nicht gerade einfach“
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18:56 18.03.2013
Holger Jordan (von links), Björn Thümer, Katrin Witte, Boris Pistorius, Madeline Gorny, Niklas Schöning, Karsten Becker und Nina Zeuke. Quelle: pr.

Von Tina Bonfert

Landkreis. Zusammen mit ihrem Politiklehrer Holger Jordan und ihrem Paten, dem Landtagsabgeordneten Karsten Becker (SPD) reisten sie nach Hannover, um von den Plenarsitzungen online Bericht zu erstatten. „Das war ein Haufen Arbeit und nicht gerade einfach“, resümiert Schöning. Dennoch habe es allen viel Spaß gemacht. Unter anderem haben die Schüler Interviews mit Ministerpräsident Stephan Weil, SPD-Innenminister Boris Pistorius, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Björn Thümer und dem Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) geführt. Um den Debatten in den Landtagssitzungen besser folgen zu können, haben die Online-Reporter in Zweiergruppen gearbeitet. „Es war schon sehr anstrengend, weil man von morgens bis abends durchschreiben musste. Am Nachmittag hat man schon gemerkt, dass man für die Sätze länger brauchte als morgens“, sagt Witte.

 Jordan sowie Becker standen den Schülern bei Fragen und Problemen zur Seite. Beim Umgang mit Fremdwörtern wie beispielsweise „Lobbyismus“ haben sich die Schüler schon mal schwer getan, aber auch bei der Begriffsdefinition konnten Becker und Jordan weiterhelfen.

 Schöning verrät: „Schnell genug mitschreiben und Zitate richtig mitzubekommen, war ziemlich schwierig. Man wollte ja schließlich nichts Falsches schreiben.“ Aber die Schüler haben sich der journalistischen Herausforderung gestellt und den Ausflug in die Politik sogar richtig genossen. „Wir waren alle ein bisschen traurig, dass wir nur zwei Tage dabei sein durften“, gesteht Witte. Nun sind die Zehntklässler um einige Erfahrungen reicher – die Vier haben auch einiges mitnehmen können aus ihrer Zeit als Landtagsreporter. „Wir haben auf jeden Fall Fortschritte beim Formulieren von Sätzen gemacht, konnten etwas über die allgemeine Gesetzgebung lernen, und unser Interesse an Politik ist auch gewachsen“, so das Fazit von Witte.

 Wer möchte, kann die Berichte der Schüler im Internet unter www.landtag-online.de nachlesen.

Schüler-Interview mit Wirtschaftsminister Olaf Lies:

„Wo keine Arbeit ist, wird auf Dauer keiner bleiben.“ Dies sagte Olaf Lies, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen, in einem Interview über Faurecia in Stadthagen. Er ist der Meinung, dass die Entwicklung und die Produktion zusammen an einem festen Standort bleiben sollen, da durch die gegenseitige „Befruchtung“ ein positives Ergebnis entsteht. Lies sieht Stadthagen in Bezug auf die Lohnkosten als absolut wettbewerbsfähig.
Doch was bedeutet dies für die Zukunft Schaumburgs, da die Region laut Lies nicht gerade mit Arbeitsplätzen überschüttet ist? Für Schaumburg habe es eine „doppelte Bedeutung“.
Einerseits stärke es den wirtschaftlichen Standort, anderseits wirke es dem demographischen Wandel entgegen, denn „wo keine Arbeit ist, wird auf Dauer keiner bleiben“. Das Ziel der neuen Landespolitik sei die wirtschaftliche Stärkung ländlicher Regionen.
Die Entlassung der Arbeitskräfte von Faurecia habe außerdem noch Auswirkungen auf alle anderen regionalen Gewerbe.  „Das ist wie ein Dominoeffekt“, erwähnte Lies in unserem Interview. In Schulen gebe es immer weniger Schüler, und den Geschäften wie Supermärkten oder Handwerksbetrieben fehle es an Kunden.
Besonders wichtig für die Erhaltung der Produktion von Faurecia sei die Bildung und Ausbildung neuer, qualifizierter Fachkräfte im technischen Bereich. Es sollten innovative Ansätze unterstützt werden, um die bisher qualitativ hochwertige Arbeit an marktfähigen Produkten zu erhalten. Der einzige Grund, die Produktion Faurecias in das Ausland zu verschieben, wäre laut Lies, dass Faurecia in Stadthagen nicht produzieren wolle.
Gerade die Erhaltung von Faurecias Produktion ist für Schaumburg wichtig. Lies ist der Ansicht, dass die neue Landespolitik es nicht schafft, ein Großunternehmen, welches es in Niedersachen noch nicht gebe, hier mit Geld anzusiedeln. Somit müsse es ein bedeutendes Ziel sein, die Arbeitsplätze Faurecias auch in Zukunft zu sichern.
Das Problem an der Sicherung der Arbeitsplätze sei, dass es kein „pauschales Rezept“ gebe, um die Produktion in Stadthagen zu erhalten. Außerdem müsse man damit rechnen, dass in drei Jahren auch die Entwicklung Faurecias in das Ausland verschoben würde, falls die Produktion bereits dort angesiedelt wäre.
Lies beschrieb dies als „Kampf um die Produktion in Stadthagen“.