Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Politisch motivierte Straftaten in Schaumburg nehmen zu

Landkreis / Statistik Politisch motivierte Straftaten in Schaumburg nehmen zu

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Schaumburg ist 2011 mit 157 Delikten so hoch gewesen wie nie in den vergangenen zehn Jahren. Es handelt sich nach Polizeiangaben um einen Anstieg um 21,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Voriger Artikel
Basisschulung für „Kochen mit Kindern“
Nächster Artikel
Ein Jahr Stille – nun soll verhandelt werden

Uwe Baum (von links), Frank Kreykenbohm und der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Thorsten Walter, bei der Pressekonferenz. 

Quelle: rg

Landkreis. Landkreis (jcp). Die Zahl „rechter“ Straftaten (92 Delikte) habe sich mehr als verdoppelt, während die der „linken“ von 84 im Jahr 2010 auf 65 im vergangenen Jahr zurückgegangen ist.

Die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg hat sich gestern mit einer Pressekonferenz erstmals zum Thema an die Öffentlichkeit gewandt. Inspektionsleiter Frank Kreykenbohm erklärte das mit dem gestiegenen Interesse auch im Zusammenhang mit dem Lauenauer Neonazi Holger G., der der Terroristen-Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zugearbeitet haben soll.

Die Schwerpunkte der polizeilichen Ermittlungen in Schaumburg liegen in Bad Nenndorf und Bückeburg. In der Kurstadt hängen die begangenen Straftaten vor allem mit dem sogenannten „Trauermarsch“ zusammen. Auffällig ist an der Statistik, dass 2009 und 2010 die Zahl der links motivierten Gewaltdelikte deutlich über dem der rechten liegt. Der Leiter des Nienburger Staatsschutzkommissariats, Uwe Baum, begründete das mit Aktionen der „Antifa“ gegen den Neonazi-Aufmarsch. Zur Erklärung: Unter den Gewaltdelikten werden auch Landfriedensbrüche und Widerstandsdelikte zusammengefasst. Dazu zählt zum Beispiel das Durchbrechen einer Absperrung, wenn linke Gegendemonstranten versuchen, zu den marschierenden Neonazis vorzudringen.

 2011 waren die Straftaten im Zusammenhang mit dem „Trauermarsch“ rückläufig. Baum zufolge lässt das Interesse der Rechten daran nach, weil es deutschlandweit zu viele „Konkurrenzveranstaltungen“ gibt. Aufgewogen werde diese Entwicklung aber durch den seit August 2010 zunehmend gewalttätig ausgetragenen Konflikt zwischen links- und rechtsradikal gesinnten Jugendlichen in Bückeburg.

 Die Gewalt trage sich, so Baum, ausnahmslos zwischen den Gruppen zu. Das Selbstverständnis der sogenannten „Autonomen Nationalisten“, wie die Bückeburger Neonazis sich bis vor Kurzem nannten – jetzt „Nationale Sozialisten Bückeburg“ – beinhalte, dass vor allem der Kampf mit dem so empfundenen politischen Gegner gesucht werde, also der Bückeburger „Antifa“. Rassistische Übergriffe – zum Beispiel Hetzjagden auf Ausländer – seien der Polizei bisher nicht bekannt geworden.

 Auffällig auch das niedrige Alter der Aktivisten: Der Kern der polizeibekannten Rechts- und Linksradikalen ist zwischen 14 und 25 Jahren alt. So könnte sich zum Beispiel ein deutlicher Anstieg der Straftaten im Januar 2012 Inspektionsleiter Kreykenbohm zufolge mit den Weihnachtsferien erklären.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg