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Polizei will mehr Frauen im Dienst sehen

Hindernisse beseitigen Polizei will mehr Frauen im Dienst sehen

Das die Polizei ein reiner Männerclub sei, ist ein Vorurteil, welches beim Blick auf die aktuellen Zahlen nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Die Schaumburger Arbeitsgruppe Gleichstellung soll dies nun ändern: Hemmnisse für Frauen sollen identifiziert und aus dem Weg geräumt werden.

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Frank Kreykenbohm, Leiter der PI Nienburg/ Schaumburg (Zweiter von rechts) hat den Anstoß für die AG gegeben, deren Leiter Wilfried Korte ist. Zum Team gehören auch Meike Wieschmann (von links), Colette Thiemann und Bianca Rathmann.

Quelle: col

Landkreis. Es soll sich etwas ändern, wie Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, und Wilfried Korte, Leiter des Rintelner Kommissariats.

"Es gibt Optimierungsbedarf"

Aktuell sind 27 Prozent der rund 440 Polizisten der Inspektion weiblich, dabei halten sich gerade unter den Berufsanfängern die Zahlen von Frauen und Männern nahezu die Waage. Obwohl bereits viele junge Frauen zur Polizei gehen und es spezielle Programme gibt, um Frauen zu fördern, fällt besonders auf: Je mehr Sterne ein Polizist am Revers trägt, desto seltener ist es eine Frau – 13 Prozent sind es in der PI Nienburg/ Schaumburg. „Damit stehen wir im landesweiten Vergleich schon ganz gut da, aber es gibt Optimierungsbedarf“, so Kreykenbohm.

Tatsächlich sei die Polizei früher ein reiner Männerberuf gewesen. 1974 wurden die Beschäftigten der Weiblichen Kriminalpolizei in die Kriminalpolizei überführt, 1981 erstmals Frauen bei der Schutzpolizei eingestellt.

Vorbei an der Zielgruppe Frau

In Niedersachsen liege der Frauenanteil auf den Dienststellen bei 15 bis 20 Prozent. Aber angesichts des demografischen Wandels und des Themas Nachwuchsgewinnung sei es unerlässlich, sich mit Fragen der Gleichstellung zu beschäftigen. Es sei geradezu fahrlässig, so Korte, bei dem herrschenden Fachkräftemangel, „an der Zielgruppe Frau vorbeizugehen“. Schließlich komme nur ein Bruchteil der in Schaumburg lebenden Polizeianwärter letztlich auch bei der übergeordneten Direktion Göttingen an.

„Da geht es der Polizei nicht anders als uns hier in der Verwaltung oder anderen Berufsgruppen im Landkreis“, sagt Colette Thiemann, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. „Im ländlichen Bereich haben wir es schwerer bei der Besetzung von Stellen und müssen einfach attraktiver sein.“ Die Polizei habe sich bei dem Thema Thiemanns Unterstützung erbeten.

Der Zeitplan ist sportlich. Bereits im Frühsommer sollen Ergebnisse vorliegen, die dann in den Inspektionsleitungen vorgestellt werden. „Um das zu schaffen, planen wir die Arbeitsgruppen-Sitzungen im Zwei-Wochen-Takt“, so Thiemann.

Polizeidirektor Kreykenbohm betont die Dringlichkeit des Themas, „denn sonst erwarten uns harte und spürbare Konsequenzen“. Zumal müsse gerade die Polizei, die sich für Gerechtigkeit einsetze, auch das Thema Chancengleichheit im Blick haben.

Verschiedene Arbeitszeitmodelle

Laut Korte sei aber schon viel passiert, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie innerhalb der Polizei zu gewährleisten: „Wir bieten verschiedene Arbeitszeitmodelle, die einer Familienplanung nicht im Wege stehen. Bei uns gibt es viele Beispiele, die bezeugen, dass das funktioniert. Kinder dürfen kein Karrierehemmnis sein.“

Insbesondere Führungskräfte sollen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt werden. Dies ist eine Maßnahme, von der vor allem Frauen in der Polizei profitieren, indem Führungsfunktionen auch in Teilzeit wahrgenommen werden können.

Auch auf Landesebene hat man sich des Themas bereits angenommen. So hat die Polizei Niedersachsen im vergangenen Jahr mit „Horizonte“ ein Qualifizierungsprogramm geschaffen, das Frauen aus erster Führungsfunktion hin zu Positionen im gehobenen Management fördern soll. col

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