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„Pützelzwerge“ ziehen vor Gericht

Landkreis / Klage „Pützelzwerge“ ziehen vor Gericht

Der Träger des Stadthäger Waldkindergartens „Pützelzwerge” hat vor dem Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen die Gemeinden Hespe, Helpsen und Nienstädt eingereicht. Er fordert von den Kommunen, deren Kinder den Kiga besuchen, einen höheren Zuschuss.

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Im Waldkindergarten „Pützelzwerge“ lernen die Kinder die Natur als Erlebnisraum kennen.

Quelle: Archiv

Das berichtet der Vorstand des Träger-Vereins Waldkindergarten Bückeberg. Im April hatte dieser eine Erhöhung der Zuschüsse von 125 auf 215 Euro beantragt. Während Stadthagen den vollen Satz akzeptiere, hätten die drei anderen Gemeinden nur der ersten Staffelung – 165 Euro – zugestimmt.

 „Lange haben sich einige Gemeinden und Städte geweigert, den uns zustehenden und notwendigen Satz zu zahlen“, heißt es in einer Presseerklärung des Vorstands, der dies mit „finanziellen Zugeständnissen“ oder dem Verzicht der Aufnahme von Kindern aus den betreffenden Ortschaften akzeptiert habe. „Da der Waldkindergarten jedoch allen Familien in der Umgebung offen stehen will, gleichzeitig aber die finanzielle Basis notwendig ist, die Kinderbetreuung überhaupt anbieten zu können“, entschied sich der Vorstand, zu klagen.

 „Bis dato mussten wir unsere Erzieher weit unter Tarif bezahlen“, kritisiert Vorstandsmitglied Corinna Mitschker. Derzeit finanziert sich der Waldkindergarten wie folgt: Der Elternanteil liegt bei 115 Euro, Stadthagen zahlt pro Kind 215 Euro, die übrigen Gemeinden 165 Euro, und der Rest wird durch Mitgliederbeiträge finanziert – bei 60 Euro Beitrag im Jahr und etwa 30 Mitgliedern. „Der Monsteranteil geht für Löhne und Gehälter drauf.“ Ansonsten hätten die „Pützelzwerge“, die in einem Bauwagen sitzen, kaum Gebäude- und Energiekosten.

 Die drei betreffenden Gemeinden haben aufgrund des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgegeben.

 Infos zum Konzept des Kindergartens auf www.waldkindergarten-bueckeberg.de.kil

Finanzierung

Waldkindergärten sind im Prinzip denselben Regeln unterworfen wie „normale“ Kindergärten, erklärt Ute Schulte Ostermann, Vorsitzende des Bundesverbands der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland: Jede Kindertageseinrichtung benötigt vom Landesjugendamt eine Betriebserlaubnis, die aber noch nichts über die Finanzierung aussagt. Der Träger des Kindergartens muss versuchen, in die Bedarfsplanung der Kommune zu kommen, um Zuschüsse zu erhalten.  kil

Rechtliche Grundlage

Die Regeln für das Thema Kindergartenbetreuung liegen bei den Bundesländern. Nach Angaben der Pressestelle des niedersächsischen Kultusministeriums gilt Folgendes: Grundsätzlich besteht das freie Wahl- und Wunschrecht der Eltern. Das heißt, sie können selbst entscheiden, in welchen Kindergarten sie ihr Kind schicken möchten. Anders als das bei den Schulen der Fall ist, kann dies auch eine gemeindefremde Einrichtung sein. In einem solchen Fall kann es aber sein, dass die Eltern mit finanziellen Mehrkosten rechnen müssen. Denn eine Gemeinde ist nicht in jedem Fall dazu verpflichtet, einen Platz in einer fremden Kommune zu finanzieren. Auch nicht, wenn es sich um einen Kindergarten mit alternativem Konzept handelt.
Das ist aber ein Punkt, der nicht auf Landesebene, sondern in den betroffenen Kommunen im Einzelfall entschieden werden muss. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland nennt ein Beispiel: Eltern möchten ihr Kind im Waldkindergarten der Nachbargemeinde unterbringen, da es vor Ort keinen Waldkindergarten gibt. Wenn jedoch der Hauskindergarten der Gemeinde nicht ausgelastet ist und über freie Kitaplätze verfügt, dann wird es schwierig. In diesen Fällen muss verhandelt werden. kil

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