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Aus dem Landkreis Python an Bord
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Python an Bord
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00:17 18.07.2013
lorian Brandes zeigt den noch lange nicht ausgewachsenen Tigerpython aus dem Mietwagen. Quelle: rg
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Von Patrick Rahlf

Landkreis. Die Vormieterin ihres Leihwagens war vor einigen Tagen nach München aufgebrochen, um einige Schlangen aus einer Reptilauffangstation zu holen und hat den Python schlichtweg im Leihauto vergessen.

Was klingt wie in einem schlechten amerikanischen Film, ist den jungen Erwachsenen aus dem Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen wirklich passiert. Völlig ahnungslos nahmen sie am Freitag ihren Mietwagen in Empfang und machten sich auf nach Bückeburg, um der Mittelalter-Großveranstaltung beizuwohnen. Von dem Python, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Fahrzeuginnenraum aufhielt, wusste keiner.

„Schlangen finden immer eine Nische“, erklärt Florian Brandes, Stationsleiter der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, in die das Reptil umgehend gebracht worden ist. Bei ihm habe sich Montagmorgen eine Frau aus dem Münsterland gemeldet, die den Python seit der Rückfahrt von München vermisse. „Sie hat etliche Schlangen aus Bayern geholt. Diese muss ihr durchgegangen sein“, so Brandes, der „regelmäßig komische Geschichten mit Tieren“ erlebt – diese gehört zweifelsohne dazu.

Nach Angabe von Stationsleiter Brandes hätte das Reptil den jungen Nordrhein-Westfalen aber nicht gefährlich werden können. „Dafür ist es mit einer Länge von 1,20 Meter zu klein. Das Tier ist aber noch nicht ausgewachsen und wird noch größer.“ Wäre die Schlange, beispielsweise auf der Autobahn, von den jungen Erwachsenen während der Hinfahrt entdeckt worden, hätte niemand eine Panik ausschließen können.
Das Reptil wird bereits am heutigen Dienstag der Besitzerin, die aus dem Münsterland nach Sachsenhagen anreist, übergeben.

Schlange stammt aus Bayern

Tigerpythons gehören zu der Gattung der Würgeschlangen. Das Reptil, das sich in dem Mietwagen der „Spectaculum“-Besucher aus Nordrhein-Westfalen versteckte, stammt aus dem Haus eines Mannes aus Niederbayern, der Ende Mai tot in seinem Terrarienzimmer aufgefunden worden ist. Mehr als 40 Riesenschlangen krochen frei in seinem Haus herum. Weil der Mann seit einer Woche nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschien, hatte sich sein Chef Sorgen gemacht und die Polizei alarmiert. Die Obduktion ergab, dass der Mann eines natürlichen Todes starb.  dpa, par

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