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Querschläger befürchtet

Bleifreie Munition Querschläger befürchtet

In den meisten Landes- und Bundesforsten wird nur noch bleifreie Munition bei der Jagd verwendet. Zwar gibt es noch kein Gesetz für das bleifreie schießen, doch ist es inoffiziell schon eingeführt.

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Bei der Jagd ist neben Treffsicherheit auch die Wahl der geeigneten Munition wichtig. Viele Jäger nutzen im Schaumburger Kreisforst noch keine bleifreien Geschosse.

Quelle: r

Landkreis. Schaumburg behauptet sich hingegen in seinem Kreisforst als gallisches Dorf á la René Goscinny.

 Wer auf Jagden im Schaumburger Kreisforst Wild erlegen will, kann die Wahl seiner Geschossart in diesem Jagdjahr (bis zum 31. März 2015) noch selbst bestimmen – aus gutem Grund. Die Gegner der bleifreien Munition befürchten vor allem die Gefahr von Querschlägern, sagt Achim Palm, Sprecher der Kreisjägerschaft Schaumburg. Bleifreie Munition, die vornehmlich aus Zinklegierungen oder Wolfram besteht, verformt sich beim Auftreffen auf ein Ziel weniger als weiches Blei. Daher gibt das Projektil beim Durchschlagen auch weniger Energie auf das Ziel ab und kann mit mehr Wucht von festen Objekten abprallen.

 Die Gefahr von Querschlägern sei besonders bei Wildunfällen vakant. Wenn das angefahrene Tier erlöst werden muss, sind oft mehrere Menschen in unmittelbarer Nähe. Kommt es zu einem unkontrollierten Querschläger, könnten Menschen verletzt werden.

 Darüber hinaus kritisieren die Gegner der bleifreien Munition die Vereinbarkeit mit dem Tierschutzgesetz. Durch das geringere Geschossgewicht der Munition hat die Kugel weniger Energie, mit der das Tier getötet werden kann. Dass es von der Energie noch weniger abgibt, weil es sich weniger verformt und zerlegt, kommt noch hinzu. Die Qual eines Tieres, ist ein Albtraum für den Jäger. Das Töten soll schnell und möglichst ohne Qualen ablaufen. „Deshalb erlauben wir in diesem Jagdjahr sowohl bleierne als auch bleifreie Geschosse“, sagt Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel.

 Der Jäger soll sich in der Handhabung von Munition und Waffe sicher sein. Etwa 75 Prozent der Jagdgäste im Schaumburger Kreisforst würden noch mit bleihaltiger Munition schießen. Seidel und seine Mitarbeiter hätten alle bereits auf „bleifrei“ bei einigen ihrer Waffen umgestellt. Subjektiv empfindet Seidel die Splitterwirkung bei bleifreien Zerlegungsgeschossen im Wild als zu weiträumig. „Durch den großen Splitterkreis wird auch das Wildbret entwertet, weil es größer ausgeschnitten werden muss“, sagt Seidel. Allerdings verhalte sich jede Waffe mit bleifreier Munition anders. Bleifreie Geschosse befänden sich offenbar noch in der Entwicklung, sonst wären nicht unzählige Varianten auf dem Markt.Die Preise lägen in der Regel bei dem Doppelten gegenüber bleihaltiger Munition.

 Die Forderung und das Bekunden, mit bleifreier Munition zu jagen, kam durch Bleivergiftungen bei Seeadlern auf, erklärt Seidel. Diese hätten wohl auch Aas von mit Bleimunition getötetem Wild gefressen. Ihr Organismus reagiere viel empfindlicher auf Blei als der menschliche. Im kommenden Jagdjahr werde sich das Kreisforstamt zur gewünschten Munitionswahl im Kreisforst positionieren, sagt Seidel. Zudem warte Seidel auf eine eindeutige Willensbekundung von Land und Bund.

 Schäden durch Bleipartikel im Wildfleisch schließt Edgar Miller, Wildfleischhändler aus Rinteln, aus. Zum einen durch intensive Überprüfung des erlegten Wildes, zum anderen, da Ein- und Ausschussstellen großflächig ausgeschnitten würden.

Von Oliver Nowak

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