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Aus dem Landkreis Radler werben um Akzeptanz
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Radler werben um Akzeptanz
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20:18 30.04.2018
Und hoch damit: Bike-Up heißt es nach jeder Tour, so auch in Bückeburg, bevor die Teilnehmer den Abend bei einer Einkehr ausklingen lassen. Quelle: pr.
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Bückeburg/Landkreis

Die Fahrweise und Hupkonzerte einiger ungeduldiger Autofahrer zeugten unterwegs davon, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer begeistert waren, wenn sie mal nicht sofort überholen konnten. Was die gute Laune der Teilnehmer nicht trübte – wohlwissend, im Recht zu sein und für eine gute Sache einzustehen.

Der Critical-Mass-Day soll Autofahrern verdeutlichen, was Radfahrer sind: keine Hindernisse, sondern eben Verkehrspartner auf Augenhöhe. Ab 16 Teilnehmern kann als Verband auf der Straße gefahren werden, und zwar im Pulk, zwei Radler nebeneinander.

Der Radverkehr wächst schneller als die Radinfrastruktur. Die alten Straßenflächen sind häufig zu schmal, um Autoverkehr, Parkplätzen, Fußgängern und eben auch Radfahrern entsprechende Flächen zu bieten, sagt Felix Wells, Ansprechpartner des ADFC in Schaumburg und Initiator der Bückeburger Gruppe. Die Folge: „Fußgänger und Radfahrer sind meist die Leidtragenden.“

Die Straßenplanung orientiere sich häufig an alten Maßgaben mit dem Schwerpunkt Autoverkehr. Dabei würde aber die wachsende Anzahl und die differenzierten Geschwindigkeiten – je nach körperlicher Konstitution oder technischer Ausstattung – der Radfahrer vernachlässigt.

Radwegbenutzungspflicht rechtswidrig

Und im Landkreis? Die Schaumburger Kommunen, so Wells, „haben außerhalb der Bundesstraßen und von wenigen Streckenabschnitten vergleichsweise relativ geringe Verkehrslasten, sodass nach den Planungsrichtlinien zumindest innerorts der Radverkehr in weiten Teilen im Mischverkehr geführt werden und auf benutzungspflichtige separierte Radwege verzichtet werden kann.“ Er selbst halte zudem einen Großteil der immer noch bestehenden Radwegbenutzungspflichten für rechtswidrig.

Noch einen anderen Aspekt sprich Wells an: Er werde regelmäßig angehupt und händefuchtelnd auf den Gehweg gewünscht, obwohl teilweise eindeutig Fußweg-Verkehrszeichen aufgestellt wurden: „Hier bestehen offensichtlich auch Lücken in der Verkehrskunde.“ Mindestüberholabstände würden meistens vernachlässigt, sodass sich ein Teil der Radfahrer dann doch widerrechtlich auf den vermeintlich sicheren Gehweg zurückziehe. Das gehe zu Lasten der Fußgänger und auch der eigenen Sicherheit, etwa bei Einmündungen oder bei Grundstücksausfahrten, weil dort keine Radfahrer erwartet würden.

Zurück nach Bückeburg zum Critical-Mass-Day. Die rund elf Kilometer lange Fahrt im Verband führte rund um die Stadt. Die nächste Tour ist am Freitag, 25. Mai, Treffpunkt ist um 18 Uhr auf dem Marktplatz. Die Tour dauert etwa 45 bis 60 Minuten. rnk

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