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Aus dem Landkreis „Rangers“ fiebern Super Bowl entgegen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Rangers“ fiebern Super Bowl entgegen
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00:18 05.02.2018
Für viele Schaumburg Rangers ist der Super Bowl wohl Pflichtproramm. Quelle: pr.
LANDKREIS/BÜCKEBURG

„Früher hätte ich eine kurze Nacht in Kauf genommen, aber heute schaffe ich das nicht mehr“, sagt der 50-Jährige. Röwer ist Trainer von Schaumburgs einziger Football Mannschaft, den Schaumburg Rangers aus Bückeburg und muss als Lehrer an den Berufsbildenden Schulen in Rinteln früh raus.

Er wird das Spiel aber aufnehmen und am Montagabend, „hoffentlich ohne das Ergebnis zu kennen“, nachholen. Auch seine Spieler sind schon heiß auf das Finale. Einige werden es live verfolgen. Football-Experte Röwer gerät bei der Frage, wer das Finale der National Football League (NFL) für sich entscheidet, ins Stocken. Aufeinander treffen werden die New England Patriots und die Philadelphia Eagles. „Ich befürchte, es wird New England. Sie sind so etwas wie der FC Bayern der NFL und haben mit Tom Brady den besten Quarterback der Welt im Team“.

Das Finale ist dabei in diesem Jahr eine typische David-gegen-Goliath-Geschichte. Für Philadelphia wäre es der allererste Sieg im Super Bowl. New England dagegen könnte den dritten Super Bowl in den vergangenen vier Jahren einfahren.

Mindestens genauso viel wie über das Spiel selbst, wird in der Regel über die Halbzeitshow gesprochen. In diesem Jahr tritt Popstar Justin Timberlake auf. Auch Röwer ist ein großer Fan der Halbzeitshows. „Ich finde sie toll. Sie lockern das Spiel sehr auf und gehören einfach dazu.“ Er selbst ist seit inzwischen 36 Jahren mit dem Football-Virus infiziert. Angefangen hatte bei dem Bückeburger damals alles in einer Zahnarztpraxis. Im Wartezimmer las er einen Zeitungsartikel über Football und wollte mehr über diese Sportart erfahren. Ihn faszinieren dabei der harte Körpereinsatz, die Show drumherum und vor allem die Taktik auf dem Feld. „Nicht umsonst nennt man es Schach auf dem Rasen“, sagt der Lehrer. Deswegen möchte er von dem Klischee, Footballer seien dumm, auch nichts wissen. Sie hätten eine harte Schale, aber einen sehr weichen Kern, so der 50-Jährige. Während seiner Zeit auf der Techniker Schule in Hildesheim spielte er für die Hildesheim Invaders in der zweiten Liga.

Los geht's auf Vehlener Bolzplatz

1992 sah er dann während seines Heimaturlaubes in der Ex-Residenzstadt zufällig ein American-Football-Plakat, auf dem nach Verstärkung gesucht wurde. Bei dem Training auf dem Bolzplatz in Vehlen stellte sich heraus, dass Röwer der einzige war, der selbst schon gespielt hatte. Deswegen wurde er zum ersten Trainer der Schaumburg Rangers und war maßgeblich für die Gründung des Teams verantwortlich. Nach weiteren Stationen in Hameln und Seelze konzentrierte sich der 50-jährige auf die Schaumburg Rangers und war neben seiner Tätigkeit als Trainer ebenfalls kurze Zeit als Spieler aktiv.

Röwer ist seit 23 Jahren verheiratet und hat eine kleine Tochter. Seine Frau Ulrike war Cheerleaderin zu Röwers Zeit in Hildesheim und hat auch die Bückeburger Cheerleader gegründet. Wenn er nicht auf dem Trainingsplatz steht, analysiert er Spielzüge seines und der gegnerischen Teams.

Für die Zukunft möchte sich der Familienvater irgendwann seinen großen Traum erfüllen und ein Spiel in den USA besuchen. Doch vorerst muss er mit dem Fernseher vorliebnehmen.

 

NFL-Fans in Deutschland haben eine lange Nacht vor sich. „ProSieben“ überträgt das Spiel live. Die Vorberichterstattung beginnt am Sonntag um 22.50 Uhr. Das Finale geht um 00.30 Uhr mit dem Kickoff los.

 

Auch im Internet kann das Spiel ab 23.45 Uhr verfolgt werden, und zwar unter www.dazn.com.

dak