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Raus aus dem „Toten Winkel“!

Für mehr Verkehrssicherheit Raus aus dem „Toten Winkel“!

Der tragische Unfalltod eines siebenjährigen Mädchens in Stadthagen hat eine breite Debatte über die Sicherheit von Schulwegen ausgelöst. Die Schaumburger Nachrichten haben sich vor diesem Hintergrund entschlossen, kurzfristig die Aktion „Raus aus dem toten Winkel“ ins Leben zu rufen.

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Nicht immer sind Fußgänger im Außenspiegel eines Lkw so gut zu erkennen, wie hier. Die Partner der Aktion „Raus aus dem Toten Winkel“ (von oben links nach unten rechts): Helmut Quander (Grundschule Nienstädt), GVN-Geschäftsführer Harald Gast, Marc Fügmann (SN), Ferdinand Vyskocil (Kreisverkehrswacht), Johannes Wilkening (Fa. Ruhe) und Spediteur Matthias Molthahn.

Quelle: rg

Landkreis. Damit sollen Kinder im Grundschulalter für die Gefahr sensibilisiert werden, die insbesondere von abbiegenden Lkw ausgeht. Der Startschuss für das Projekt fällt schon in der kommenden Woche – und zwar an der Grundschule Nienstädt.

Geschulte Trainer

Die SN haben für die Initiative mehrere Partner gewinnen können. So werden die Spedition Molthahn eine Zugmaschine und die Firma Ruhe Reisen einen Schulbus zu Demonstrationszwecken zur Verfügung stellen. Die Kreisverkehrswacht und der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) sorgen für sogenannte Moderatoren, also speziell für diese Unfallproblematik geschulte Trainer.

Das Aufeinandertreffen von Lkw/Bus und einem Fußgänger oder Radfahrer in Kreuzungsbereichen gehört zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Häufige Ursache von schweren Unfällen ist dabei der „Tote Winkel“.

Was ist das genau? Der tote Winkel ist der Bereich, der trotz Spiegels für den Fahrer nicht einsehbar ist. Dieses Feld ist je nach Anzahl der Scheiben und Rückspiegel unterschiedlich groß. Besonders große „Tote Winkel“ gibt es naturgemäß bei Lastwagen und Bussen.

Der tragische Unfalltod der siebenjährigen Schülerin vor fünf Wochen hatte genau diese Ursache: Ein Lkw-Fahrer hatte das Mädchen vom Abbiegen an einer Ampelkreuzung übersehen.

„Immer wieder passieren leider solche schrecklichen Unfälle“, weiß Ferdinand Vyskocil, stellvertretender Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Schaumburg. Für den ehemaligen Polizeibeamten ist es deshalb Ehrensache, das SN-Projekt als Trainer persönlich zu begleiten.

"Wir müssen etwas tun"

Auch für Matthias Molthahn, Geschäftsführer des gleichnamigen Nienstädter Transportunternehmens, stand nach dem traurigen Vorfall sofort fest: „Wir müssen etwas tun, damit sich so etwas Schreckliches nicht wiederholt.“ Der Familienvater erklärte sich nicht nur bereit, für den für die Schulung notwendigen Lkw zu sorgen, sondern vermittelte auch den Kontakt zum GVN.

Weil die Situation bei Bussen ähnlich ist, sagte auch Ruhe-Geschäftsführer Johannes Wilkening ohne zu zögern seine Unterstützung zu.  „Ich freue mich, dass es gelungen ist, so viele Partner ins Boot zu holen“, macht SN-Chefredakteur Marc Fügmann deutlich. „Wir als Zeitung wollen zeigen, dass man schnell etwas in Bewegung setzen kann, wenn man gemeinsam ein Ziel vor Augen hat.“

Aktion ist eine tolle Ergänzung

Als erster Schulleiter hat Helmut Quander, Rektor der Grundschule Nienstädt, das an ihn herangetragene Schulungsangebot angenommen. „Die Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler liegt uns sehr am Herzen. Deshalb freuen wir uns sehr darüber“, sagt der Pädagoge. In seiner Schule werde das Thema Verkehrserziehung schon lange großgeschrieben. Eine solche, sehr spezielle Aktion sei da eine tolle Ergänzung.

Am kommenden Mittwoch werden zunächst fünf Grundschulklassen der Außenstelle Seggebruch in die „Tote-Winkel“-Problematik eingeführt. Die benachbarte Volksbank in Schaumburg stellt dafür großzügig ihren Parkplatz zur Verfügung.

Am Donnerstag machen Lkw und Moderatoren auf dem Nienstädter Schulhof Station, wo weitere zwölf Klassen warten. Nach dem Ende der Sommerferien sollen weitere Grundschulen folgen. r

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